In seinem reich illustrierten Werk Ein Hamburger Beitrag zur Geschichte der A-Klasse zeichnet Klaus Pollahn die internationale Entwicklung der A-Klasse im Modellsegelsport von ihren Anfängen im Jahr 1922 bis in die jüngere Vergangenheit nach. Ausgangspunkt ist die von Malden Heckstall Smith entwickelte Vermessungsformel, die Modelljachten als vergleichsweise kostengünstiges Experimentierfeld für den Entwurf größerer Rennjachten etablieren sollte. Pollahn untersucht die Wechselwirkungen zwischen der A-Klasse und den internationalen Meter- bzw. R-Klassen und vergleicht anhand zahlreicher eigener Zeichnungen die Entwicklung von Rumpfformen, Kiel- und Ruderanordnungen, Takelungen und Segelflächen. Besondere Aufmerksamkeit widmet er bedeutenden Konstrukteuren und Modellseglern wie Bill Daniels, Admiral Turner, Sam Berge, Kai Ipsen, John Lewis, Arthur Levison und Roger Stollery sowie den internationalen Regatten um den Yachting Monthly Cup.
Aus seiner persönlichen Perspektive als langjähriger Hamburger Modell- und Jachtsegler schildert Pollahn außerdem die sportlichen Erfolge und technischen Entwicklungen der A-Klasse, insbesondere die Erfahrungen der Brüder Rolf und Klaus Pollahn mit ihren Booten Moonshine, Moby Dick und Peter Pim. Das Buch verfolgt den Wandel von traditionellen, schweren Freisegelmodellen zu leichteren, leistungsfähigeren und später ferngesteuerten Konstruktionen. Historische Fotografien, farbige Rumpfvergleiche, Spantenrisse, Segelpläne und technische Erläuterungen ergänzen die Darstellung. Damit verbindet das Werk persönliche Erinnerungen, internationale Regattageschichte und die konstruktive Entwicklung des Modellsegelsports über nahezu ein Jahrhundert.
Markante Segelnummern von Jachten der A-Klasse. Eine grafische Zusammenstellung bekannter Segelnummern bedeutender A-Klasse-Jachten und ihrer Eigner.
Typische englische A-Boote der 1960er-Jahre. Anhand von Drumbeat und Moonshine werden die traditionellen englischen Konstruktions- und Ausrüstungsmerkmale sowie die Anforderungen internationaler Regatten vorgestellt.
Drumbeat von Ted Porter (Daniels/Levison). Die Jacht wird als Beispiel des klassischen englischen A-Bootes beschrieben, dessen Gestaltung und Ausstattung sich stark an großen Rennjachten orientierten.
Moonshine der Brüder Pollahn (Lewis/Jones). Die Geschichte der von John Lewis entworfenen und Ken Jones gebauten Moonshine, mit der die Brüder Pollahn internationale Erfolge erzielten.
Spantenriss von Moonshine. Ein farbiger Spantenriss des 1960 von John Lewis entworfenen Bootes veranschaulicht dessen Rumpfform und Unterwasserschiff.
Liste der abgebildeten Jachten und Boote. Ein alphabetisches Verzeichnis der im Buch dargestellten historischen und modernen Modell- und Großjachten mit Angaben zu Konstrukteuren, Eignern und Fundstellen.
Welche Ereignisse und Personen prägten die A-Klasse? Ein historischer Überblick über die Entstehung der Klasse, die wichtigsten internationalen Wettbewerbe und die bedeutenden Konstrukteure und Segler.
Siegreiche Jachten – eine Entwicklungsreihe der A-Klasse. Vergleichende Profilzeichnungen erfolgreicher A-Boote zeigen den Wandel von traditionellen Langkielern zu moderneren Konstruktionen mit veränderten Kiel- und Ruderformen.
Ein Vorwort zu meiner Leitidee. Der Autor erläutert seine Absicht, die Entwicklung der A-Klasse in einen größeren Zusammenhang mit der Geschichte des internationalen Jachtbaus zu stellen und konstruktive Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar zu machen.
Ein kurzer Überblick über die Entwicklung aller R-Klassen. Die Geschichte der internationalen Meter-Klassen wird anhand der 5,5-, 6-, 8- und 12-Meter-Jachten zusammengefasst. Ihre Regattatraditionen, technischen Entwicklungen und heutigen Einsatzgebiete werden miteinander verglichen.
Entwicklungsreihe der 5,5-Meter-Klasse ab 1950. Eine Folge von Rumpfprofilen veranschaulicht die Entwicklung von klassischen Konstruktionen über die Evolution-Klasse bis zu modernen 5,5-Meter-Jachten.
Entwicklungsreihe der 6-Meter-R-Klasse von 1907 bis 1986. Historische und moderne Rumpfprofile verdeutlichen die Veränderungen der Sechser hinsichtlich Rumpfform, Kiel und Ruder.
Entwicklungsreihe der 8-Meter-R-Klasse von 1907 bis in die Gegenwart. Die Zeichnungen zeigen die konstruktive Entwicklung der Achter anhand bekannter Jachten und verschiedener nationaler Entwurfstraditionen.
Entwicklungsreihe der 12-Meter-R-Klasse bis in die 1980er-Jahre. Die Entwicklung der Zwölfer wird anhand bedeutender America’s-Cup-Jachten wie Heti, Weatherly, Courageous, Azzurra und Australia dargestellt.
Was mich mit der A-Klasse verbindet. Klaus Pollahn berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen im Modellsegelsport, den ersten internationalen Begegnungen und den Erfolgen der Brüder Pollahn mit Moonshine, Moby Dick und Peter Pim.
Die A-Klasse – nur ein Testfeld im Maßstab 6:1? Die Entstehung der A-Klasse-Vermessungsformel von 1922 wird erläutert und ihre ursprüngliche Funktion als experimentelle Grundlage für größere Rennjachten kritisch untersucht.
Internationale Entwicklung im Segelsport. Der umfangreiche Hauptteil verfolgt die parallele Entwicklung von Modelljachten und großen Rennjachten vom frühen 20. Jahrhundert bis zur modernen A-Klasse. Im Mittelpunkt stehen internationale Wettbewerbe, einflussreiche Konstrukteure, die Entwicklung von Rumpf- und Kielgeometrien, technische Neuerungen bei Segeln und Steuerungen sowie der Übergang zur Funkfernsteuerung.
Anhang 1: Ibis. Die von John Lewis entworfene Ibis wird als Weiterentwicklung der Ideen von Revolution vorgestellt. Besprochen werden ihre besondere Unterwasserform, die Verlagerung der Segelfläche und ihre Eigenschaften bei unterschiedlichen Windverhältnissen.
Anhang 2: Segelrisse und ihre Veränderungen. Vergleichende Segelpläne und Erläuterungen dokumentieren die Entwicklung von Takelungen, Segelproportionen und Segelmaterialien sowie die Veränderungen der vermessenen Segelflächen.
Anhang 3: Arthur Levison trägt das Erbe von Bill Daniels in Variationen weiter. Die konstruktive Entwicklung der Jill-Familie wird anhand von Jill, Jill II, Philippa, Hamburg und verwandten Entwürfen erläutert. Ergänzend werden ihre Regattaerfolge und die Weiterentwicklung der Rumpfformen beschrieben.
Segelrisse von Crusader und Revolution. Eine großformatige Vergleichszeichnung zeigt die Unterschiede zwischen der traditionellen Takelung von Crusader und dem moderneren Segelplan von Revolution.
Auflösung der Segelnummern. Ein Verzeichnis ordnet bekannte Segelnummern der A-Klasse den entsprechenden Jachten, Eignern und Herkunftsländern zu.
Rennstander ausgewählter Segler. Eine Bildtafel zeigt historische Rennstander und persönliche Erkennungsflaggen bedeutender Modellsegler.
Auttage 2 E&.17 Klaus Pollaehn, Juergensallee 44N, 22609 Hamburg, Ger. e-mail: rotergolf@t-online.de Ayglob Mebed Dost | wrote and designed this booklet, which contains a special essay on the history of the A- class. Now certainly nobody expects any kind of contribution in this field to come from a German author and model yachtsman from Hamburg. My background and my view towards this subject is perhaps responsible: It is bound to be somewhat different, since | also race full size craft for 50 years- from One Designs to One Ton yachts. The success of the International Meter (R) class yachts since 1907 led IYRU secretary Malden Heckstall Smith in 1922 to create the A-class rule. It was to become another success story similar to the rules preceding it. But barely a professional yacht designer showed any interest in this experimental field. So where did the amateur designers and sailors get their inspiration from? Bill Daniels did not impress Olin Stevens much at Gosport. Or was it the other way round? | felt it was about time to look back at this development in both areas- interlinked or not- which in our case- is going on for nearly 100 years now. Both ventures helped to inaugurate and promote international competition to a larger extent than before like f.e. through the Y. M. Cup -also the Skandinavian Gold Cup. Besides that Meter yacht competition was soon to be included at the Olympic Games. My booklet of a hundred pages is just that- a private project. The need to produce more and more drawings for a proper comparison kept me going for more than a thousand hours- aside from the research. To keep my expense within reasonable limits (1500€) only a very small number of books was printed and bound in a local shop. | did not expect to sell any of them to the public. | gave them away as presents to model yachting friends in Denmark, England, USA and Germany. More than a year later | had to arrange a reprint. So here is your copy – with my compliments. ALG LpWJViNue Ponbug 8.0202 EIN HAMBURGER BEITRAG ZUR GESCHICHTE DER A-KLASSE Klaus Pollahn SV. AL 3 | ODE AP Dieser Aufsatz beruht in Teilen auch auf der Recherche und den vorangegangenen Artikeln zu mehreren prominenten Modellseglern und internationalen Regattaereignissen, die ich beschrieben habe, und die als Privatdrucke in den Vorjahren erschienen sind: Bill Daniels, Arthur Levison und ihre Verbindung zur SVAOe Kai lpsen- a Danish sailing legend Internationaler Austausch und wie er zustande kam Wechselwirkungen 125 Jahre Modellsegeln in Norddeutschland Die ersten 40 Jahre der M-Klasse — unter amerikanischem Einfluss Die folgenden deutschen A-Boote, eingetragen unter dem Stander der Segler Vereinigung Altona Oevelgénne, haben die Gebriider Rolf und Klaus Pollahn auf Regatten als Skipper oder Maaten gesegelt: G -100 ,,Onkel Adolf“, G-101 ,,K6nigin“, G-102 ,,Never mind“, G-105 »Hamburg”, G-115 “Imme“, G-118 , Moonshine“, G-125 “Hamburg IV“, G-128 “Together”, G-128 ,,Moby Dick“, G-138 ,,Peter Pim”. — Hamburg ,im Fruhjahr 2015 Klaus Polladhn Inhaltsverzeichnis Markante Segelnummern von Jachten der A-Klasse Typische englische A-Boote der 60er Jahre: Foto Drumbeat von Ted Porter (Daniels/Levison) Foto Moonshine von Gebr. Pollahn (Lewis/Jones) Spantenriss Moonshine Liste der abgebildeten Jachten und Boote im Textteil Welche Personen und Ereignisse pragen die A- Klasse ? Siegreiche Jachten- eine Entwicklungsreihe der A-Klasse Mein Vorwort zum Geleit; eine Erklarung zu den Vergleichsreihen der internationalen Klassen bei den R-Jachten 12 Ein kurzer Uberblick iber die Entwicklung aller R-Klassen 13 Entwicklungsreihen der 5.5m Klasse ab 1950 14 Reihe der 6m R-Klasse von 1907 bis 1987 15 Reihe der 8 m R – Klasse von 1907 bis heute 16 Reihe der 12 m R-Klasse bis in die 1980er 19 Was mich mit der A-Klasse verbindet 20 Die A-Klasse — nur ein Testfeld im Mafsstab 6 zu 1 ? 22 Hauptteil Text: Internationale Entwicklung im Segelsport 97, 98 Anhang: Segelrisse im Vergleich 99, 100 Anhang: Die Daniels/ Levison Bootsfamilie 102 Auflésung der Segelnummern von Seite 2 103 Rennstander ausgewahlter Segler - Als typisches A-Boot der 60er Jahre und Reprdsentant der englischen Flotte steht hier ,,.Drumbeat” von Ted Porter (South London, YM 6m OA). Lange war dies unausgesprochen der Idealtyp einer klassischen Modelljacht. Daneben kann ich kein besseres Beispiel finden, das sowohl die Regatta-Atmosphdre von Fleetwood vermittelt als auch die Belastung zeigt, der eine Modelljacht dort wdhrend einer Meisterschaftswoche ausgesetzt ist. “Drumbeat“ segelt im zweiten Stell Segel. Zwei noch kleinere Stells fuir stirmisches Wetter waren nétig. Bei ,,Drumbeat” handelt es sich um eine kaum verdnderte Version von ,,Jill” (das Original von Daniels) ebenfalls in Schichten verleimt ,neu interpretiert von Joe Meir. Rigg, Ausrustung waren solide, die Beschldge und das Windruder aus Niro von Altmeister Corby. Markant ist das Deck mit aufgemalten Decksplanken, dem dunkler abgesetzten Mittelfisch und dem Wassergang aufgen. Das hdlzerne Luk ist dachférmig gestaltet, soll ein Skylight vortduschen und ist entsprechend angemalt. Alles sieht jachtmaBig und ,,shipshape“ aus und kann den grofen Vorbildern, den R-Jachten , alle Ehre machen. Roger Stollery, der schon als Jugendlicher mit danischen A-Booten von Ipsen und Johnson. als Maat segelte, verstieg sich bei der Beschreibung des englischen Ideals dieser Zeit zu dem Ausdruck.,stale“ d. h. altmodisch, abgestanden. Die ddnischen Boote waren in allen Bereichen an Deck bestechend und im Rigg raffiniert einfach, aber eben auch nicht bis ins Extrem belastbar. Das zeigte sich bei schwerem Wetter- Kai Ipsen kann ein Lied davon singen, wenn er sein Boot vor dem Wind unter Spinnaker am Ufer aufstoppen wollte: Seine Holzmasten zerbrachen dabei-reihenweise. ae »Moonshine“ und ,,Red Gauntlet“ waren Schwesterschiffe aus Birkenhead, die Ken Jones nach dem Entwurf von John Lewis 1960/61 tiber ein und denselben Helgen gebaut hatte. Ihre Segel- und Beschlagsausriistung war identisch und die beiden Eigner Ken Jones und Jack O° Connor trainierten mehrmals wéchentlich zusammen Uber einen Idngeren Zeitraum .Das Ergebnis dieser intensiven Vorbereitung waren ein 2. Und ein 3. Platz auf der Britischen Meisterschaft in Fleetwood 1961.Die Krone aber ging an ,,Highlander” von Dick Priest-ebenfalls aus Birkenhead. Unser erster Segel-Versuch dagegen mit der gecharterten ,,Kénigin“” wuchs sich zu lehrreichen Katastrophe aus. Vielleicht gerade deswegen avancierte ,,Moonshine“ schon damals gedanklich zu unserem , Traumboot“. Aus der Masse hob es sich durch harmonische Linien ab. Das Boot war nicht nur in Mahagoni hiibsch aufgeplankt; das Deck war aufgerdumt, jedes Detail in Rigg und Ausriistung war solide und dauerhaft fir reibungslosen Regattaeinsatz ausgeflihrt. Lange Erfahrung der Gebriider Jones stand dahinter. Auf der Meisterschaft 1962 in Gosport segelte Tommy Pratt aus Fleetwood das Boot in Charter von Ken Jones. Ohne Vorbereitung mit Sparringspartner ,,Red Gauntlet“ wurde Tommy Pratt nur siebter. eleganten Entwurf von ,Moonshine“ in Obwohl John Lewis den der Zeitschrift ,,Model Maker“ offentlich gemacht hatte, wurde er vergleichsweise selten gekauft und zum Bau verwendet(von Iren und Schotten). Aus Hamburg entsinne ich einen Nachbau fiir Fritz Jacobsen, ,,lmme“ G-115. Denn In England Nachbauten davon entstanden in Uberstrahlte ,,Highlander” alles andere. Etliche UK, Belgien, Frankreich und Deutschland, so in Berlin von Gebr. Kretschmann. Im Herbst 1963 zur ,,DM“ in Hamburg nahmen wir ,,Moonshine“ in unsere Hdnde: Ken Jones hatte uns das Boot Uberlassen: Weil er selbst einen Neubau plante (,,Merseybeat“) konnten wir keinen Neubau bei ihm platzieren (,Osi“ von Victor Ward).So wurde ,,Moonshine“ fiir uns Briider der Anfang einer glucklichen Karriere. Das Bild zeigt Moonshine“ mit neuem Rigg und Segeln beim Training in Fleetwood 1965-vor dem Gewinn der Meisterschaft. Pikant: Bereits im Erdéffnungslauf trafen die Schwesterschiffe aufeinander, zum Leidwesen fuir,,Red Gauntlet”. Am Ende wurde er 26. von 41 Booten. von Jack: Null Punkte Spantenriss von ,,Moonshine “, gezeichnet von John Lewis 1960 Liste der Jachten und Boote, die mir zur Illustrierung der Geschichte der A-Klasse dienen Alain Marchand, Schweizer 5.5er Projekt v. 2013; segelt heute als 5.5 SUI 227 , S.87 Albion, A-Boot, Bill Daniels ,1931, $.35 American Eagle, 12er, spater auf Seeregatten unter Ted Turner, S. 18 Arcadia, 8er, Canada, Halbmodell, $.31 Atlantic, Dreimastschoner, Gardner USA ,1900 Sieger im Atlantikrennen unter Charly Barr, $.21 Aun, 8er, J. Anker, Norwegen 1940, Nachbau fiir japanische Eigner, ca. 2003 Portugal ,S. 41,42 Australia, 12er,Sieger im Amercas’Cup, S. 84 Azzurra, 12er, Italien, 1985, S. 81 Blue Chip, A-Boot; USA, Bill Bithell 1935.In Europa 1936: Gosport und Hamburg ,S. 43 Bostonia , A-Boot ,John Black ,USA, 1923, S.31 Capriccio, 6er, modern von S&S, USA 1986, Glen Foster, N.Y S.81 Catswhisker , RA-Boot, John Lewis, S.88 Cheveyo, J-Klasse, US, Neubau in Holz bei Spirit in England, nach Ranger Modell F, $.79 Clockwork Orange, A-Boot in GfK, Roger Stollery , $.77 Columbia, 12er , US -16, S&S/Nevins 1958, B.Cunningham, erfolgr. AC Verteidiger, S.73 Cotton Blossom, USA Universal Rule P-Klasse, J. Anker, Eigner Dennis Conner , S.93 Courageous, 12er,US-, erfolgreicher Verteidiger, S. 73 Crusader, A-Boot, Bill Daniels, Eigner Scott Freeman, S. 31,32,33 * Dayspring, A-Boot, Admiral Turner, ,erste Halfte1920er, S.33 Dorade, Yawl, siegr. Hochseejacht 1930 , Stevens Familie, Bau Minnefords, $.36 Defender, gr. US-Sloop, AC-Cup-Verteidiger, $.25 Drumbeat, A-Boot,Jill-Familie, Ted Porter, Levison Bau, S.3 Evolution, A-Boot, Rob Walsh, S. 85 Fascination, A-Boot in Sharpie-Bauweise, Kai lpsen, D-55, S.68,69 Felca, Rennjacht, 1907 ,Max Oertz, S. 23 French Kiss, 12er, F-K 7,franz6sischer Bewerber im AC-Cup, S.88 Ganymede, 8er ,von Peter Wilson, Design Juliane Hempel, S.84 Germania IV, 8er, Abeking & Rasmussen 1936, S. 15 Geronimo, A-Boot, Joe Meir, zahlt zur Jill Familie , im Anhang S. 98 Goose , US 81, 6er, S&S, 1938 Nevins-Bau, erfolgreich auch in Europa, S.14 Hamburg, Schoner, ex Rainbow, ca.1900 in UK gebaut, S.24 Hamburg II, A-Boot G-105, ex Levison, Typ Jill Il, Fr. Jacobsen, $.53 Hamburg IV, A-Boot, G-125,Typ Daniels/ Levison Jill Ill, Fr. Jacobsen, $.54, 97 Hamburg V, A-Boot G-130, John Lewis, Bau Ken Jones, Fr. Jacobsen, S.63 Heti, 12er, Max Oertz ,1910 Hamburg, segelt heute wieder mit Gaffelrigg, S.29,30 Indian Scout, 6er ,US 66, Herman Whiton, Luders 1936, erfolgreich in Europa, S. 38 Highlander , A-Boot, Dick Priest, Britischer Meister z.B. 1959, 1961, S.50 Hollandia, 8er, modern, S.15 Ibis, A-Boot, John Gale, Design Lewis, im Anhang S.94 Iroquois, 8er, S&S, van Voorhis ,USA, S. 15 Jenetta, 12er, K-1, Sir William Burton; Renovierung bei R&B in Flensburg beginnt, $.91 Jill, A-Boot, Daniels, Levison, G-102, ex K-716, Fr. Jacobsen; im Clubhaus SVAOe Hamburg, S.52 K6nigin, A-Boot G-101, Typ Saxon v Dick Priest, Fr. Jacobsen, $.51 Llanoria, 6er, S&S, Gold 1948 und 1952 unter H. Whiton, $.39 Lollipop, A-Boot, Roger Stollery, $.77 Lutt Deern, A-Boot, Lewis Phaedra design, Werner Meyer; im Clubhaus SVAOe Hamburg, S. 63 Magic, A-Boot, US Westkiste, Ehepaar Stout segelt in Fleetwood, S. 75 Maybe, 6er, Tore Holm, Schweden, S.67, 74 Merlin, Oliver Lee, “Schlitten“ aus Kalifornien fur Hochseerennen, S.82 Moonraker I-IV, A-Boote, Peter West, Turner Design, S. 44,45, 61 Moonshine, A-Boot, Lewis 1961, G-118, Gebr. Pollahn, ex K-778 K. Jones; Meister 1965, $.61 Moby Dick, A-Boot ,Lewis, G-128, Gebr. Pollahn, ex K-715 von K.Jones, $.64, 70 Nexus, A-Boot, D.Priestley ,Fleetwood ,2004, S.80 Nirvana, 6er, S&S, Rasmussen, renoviert bei R&b, danisch KDY, S$.37 Ortac, Seekreuzer, Laurent Giles ,Klasse Il, VHS, Hamburg, $.52,53 Osi, US A-Boot, Victor Ward design ,California 1960, S.45 Polka Dot, US pondyacht, Kuttertakelung 1922, S. 28 Peter Pim, A-Boot, Lewis 1970 ,G-138, Gebr. Pollahn; Sieger im YM-Cup, S.58, S.65, 66,81 Phaedra, A-Boot, Lewis Jones ,heute Litt Deern in Hamburg, S. 63 Philippa, A-Boot, Bau/Eigner A. Levison, K-789, S.54 Prince Charming, norweg. A-Boot, Sam Berge ,mit Windruder siegreich 1935, S.39.40, 42,43 Ragtime,ex semper fidelis ,Hochseejacht,Leichtbau, John Spencer Design,in PazifikK-Rennen,S.82 Ranger, A-Boot, Carl Alberg Entwurf fiir Fred Pidgeon; Sieger Gosport 1949 u Fleetwood, S. 48,49 Ranger, J-Klasse, Vanderbilt, erfolgreicher Verteidiger, S.26 Revanche, A-Boote, Kai lpsen, D-22 und D- 44, S.41, 49, 56,57 Revolution, A-Boot, Chris Dicks , K-939, S. 72 , 74 Saxon, A-Boot, Dick Priest; Beispiel KGnigin, A-G101, Fr. Jacobsen, S.51 Scharenkreuzer, Harry Becker, Schweden, S.72 Shamrock IV , engl AC Herausforderer unter Lipton/ Burton, $.25 Shunt, A-Boot, Roger Stollery, Bild $.78 Sidewinder, RA-Boot, Australien, Frank Russel, S. 88 Sinkadus, 6er, A. Laurin, S-52, S.55 Sira, 8er, Johan Anker, Klassiker, im Besitz des norwegischen Konigs, $.92 Sinkadus, 6er, S-52, A.Laurin, Schweden, S.55 Shunt, A-Boot, Roger Stollery, $.78 Sonata, frilhes englisches A-Boot, Admiral Turner; Replika Son von John Gale, $.34 Sword, englisches RA-Boot, Graham Bantock, S.83, 85 Swordfish, RA, John Lewis Entwurf fir Provoost, NL, S.79 Temptation, 6er, S&S ,USA, S$.58 Toogooloowoo, 6er, S&S, Australia,Eigner/Erbauer Bill Barnett, S. 76 Ufo ,R A-Boot, Australien, Frank Russel Design, S.88 USA- – US-61, 12er von Gary Mull fiir AC, S. 80 US One Design, Kielbootklasse v. Carl Alberg fiir die US Ostktiste, 5,49 Westwind, A-Boot, Lewis/ Jones, Eigner Fr. Jacobsen, S.63, 76 Weatherly, 12er ,US-17, Rhodes/Luders 1958, Skipper Bus Mosbacher, S. 16 Yeoman, A-Boot,K-637, Dick Priest, Sieg 1950 ,S.50 Welche Ereignisse und Personen pragten die A-Klasse? Ein kurzer Uberblick. Der wichtigste Impuls zum erwunschten internationalen Wettbewerb in dieser Klasse nach der durch Heckstall Smith neu vorgestellten Formel von 1922 , war die ebenfalls von ihm betriebene Stiftung des Yachting Monthly Cups“ durch den Herausgeber der namensgebenden Zeitschrift. Die neuen Modelljachten der grd&ten Klasse, die nun gezeichnet wurden, geschah wohl recht unerwartet- zumeist auf den Zeichenbrettern erfahrenen und langjahrig aktiven Modellseglern. Zunachst hatte man von Amateuren, (vor allem der Formel )etwas anderes erhofft, experimentelle Entwiirfe von Profis Wege ohne groffes_ entstanden- das d.h. der Schépfer vor allem, die neue finanzielles Risiko beschreiten wollten-auf Probe sozusagen im kleineren Mafstab: Denn nun segelte man nach der neuen Formel eigentlich ,,Sechser“ ,aber im Mafkstab 6 zu 1, gleich 1 Meter. Die weitere Entwicklung der A-Klasse steht von nun anin einem gewissen Zusammenhang mit den vielen Jachten in den verschiedenen Meter ,,R“-Klassen, die von gelernten Konstrukteuren seit 1907 ins Rennen geschickt wurden. Dort entstand unter den Nationen eine nattrliche Experimentierfeld Vielfalt von Beginn an. Um das ihnen neu angebotene machten die meisten Profis dann doch einen Bogen. Mit Elan widmeten sich der neuen Klasse jedoch die Amateure. Es war eine Zeit des Umbruchs: Man wechselte von der Gaffeltakelung zu einem spitzen Gro&segel an hdheren, schlanken Marconimasten. “den segelnden A-Boot-Konstrukteuren war von Anfang an – ohne Das Bild bei klar ersichtlichen Grund- einheitlicher, vor allem dominierte die getrennte Anordnung von kurzem Kiel und einem davon getrennten Ruder weiter achtern. International entwickelte sich bald ein heftiges Prestige-Duell zwischen Englandern und auslandischen Herausforderern, vielfach Amerikanern; ausgetragen vorwiegend auf englischen Modellsegelteichen. Pragende Personlichkeiten dieser Periode waren auf englischer Seite Bill Daniels und Admiral Turner, beide zugleich Entwerfer und Segler. Erstmals erschitterte Uberraschend ein Norweger- mit Lehrjahren in den USA- diese Konstellation. Unterbrochen durch den zweiten Weltkrieg bekam die A-Boot Geschichte einen Knick, als eine amerikanische Crew den berthmten Pokal in die Vereinigten Staaten entfihrte. Eine englische Herausforderung in den USA scheiterte. Die Amerikaner gaben danach als sportliche Geste den Pokal zur regelhaften Aussegelung nach Britannien zurtick. Nach seiner Ruckkehr dorthin wurde dieser Wettbewerb in Europa zum herausragenden Ereignis : Die Sieger kamen aus ganz unterschiedlichen Nationen: Danemark, Belgien, Frankreich, Deutschland und am haufigsten jedoch aus England. Die Amerikaner blieben:indes nach 1949 haufiger fern. Bei einer internationalen Begegnung 1972 zur Olympiade in Hamburg dominierten englische Segler in Hamburg. Es waren die ersten Erfolge von Roger Stollery und Ken Jones im Ausland. Seit parallel die Fernsteuerung eingefUhrt wurde, sind die Karten in der A-Klasse vollig neu gemischt . Der. YM-Cup als wichtigste internationale Trophade im Anschluss an die Offenen Britischen Meisterschaften der Freisegler hat an Bedeutung verloren. Erheblich leichtere und wendigere ABoote sind auf dem Vormarsch. Ein Vergleich mit der jetzigen Entwicklung der R-Klassen gibt dem Modelljacht- Konstrukteur immer weniger Hinweise an die Hand. Die A-Klasse befindet sich auf einem neuen Terrain: Sie sucht ihren Zeiten vor Uber 90 Jahren, eigenen Weg, so ahnlich, wie damals in den frihen als ihre erfolgreiche, internationale Geschichte begann. Siegreiche Jachten aus der Geschichte der A-Klasse zeigen die Entwicklung. a Fostoria Ranger Revanhe L Revolution Nalad urd Meonraker Jill Peter Pin Ve <= S wordtish heveve Couragesns Phaedra — ——— Lollipep + Clackwrh Orange age Sidewinder Ufo 1. Bostonia,USA 5. Revanche Il, DK 10. Peter Pim ,GER 2. Revanche I+ Prince Charming 6. Jill 7. 3.Ranger,USA Moonshine + Highlander 8. Fascination, DK Seite 17: 11. RA Swordfish, NL+J-class Cheveyo 13. Lollipop + Clockwork Orange 14.RA Frigate 4. Naiad +Moonraker 9. Revolution 12. 12m R Courageous, USA +Phaedra 15.+16 Sidewinder + Ufo , AUS 10 Zum Vergleich zeichnete ich die Profile des siegreichen 12ers ,,Courageous“” von Sparkman & Stevens .Unter den Skippern Ted Turner und Ted Hood verteidigte die Jacht den Americas -Cup zweimal erfolgreich. Darunter das A-Boot “Phaedra“, konstruiert von John Lewis- heute als Dauer-Leihgabe der Eigner Werner und Ursel Meyer im SVAOe Clubhaus in Hamburg-Oevelgonne. Nicht die Formel, der Segel-Zweck bedingt hier die feinen Unterschiede. Ein Vorwort zu meiner Leitidee In diesem Aufsatz mache ich den Versuch, die Entwicklung des Modellsegelns am Beispiel der AKlasse in einen weiten Zusammenhang zu stellen. Die A-Klasse — die grdte unter dem Modelljachten- hatte ihre Vorbilder unter den Meter R- Jachten. Da die 100jahrige Entwicklung dieser nahe verwandten internationalen R-Klassen dem Leser nicht vollstandig bekannt sein dirfte, habe ich eigene grafischen Darstellungen der einzelnen R-Klassen fur diese Abhandlung zu Hilfe genommen. Ein anerkanntes Vorbild fiir diese Reihen gab es zudem bis heute nicht. Die Auswahl der hier dargestellten Jachten, die Unterlagen von ihnen ich dazu treffen musste, ist notwendigerweise subjektiv. sind auch nur selten zuganglich. Insbesondere haben sich die erfolgreichen, professionellen Konstrukteure ganz haufig gescheut, Risse ihrer Jachten zu verdffentlichen. Es war ihr Firmen- Kapital. Meine erstmals gezeichneten Entwicklungsreihen dienen also allein dem angestrebten Vergleich im Zusammenhang mit den Modelljachten der internationalen Eine grafische Premiere. A-Klasse. : In ihrem eigenen Berufsfeld, der Jacht- Konstruktion, blieben die Profis weitgehend unter sich. In der A-Klasse indes gingen die segelnden und zeichnenden Amateure lange Jahre ihren ganz eigenen Weg, zumeist unbeschadet anderer Entwicklungen neben ihnen im Jachtbau. Wo es nachweislich solche Einfliisse von Nebenan gab, bin ich dem nachgegangen; das trifft zum Beispiel unter den Skandinaviern bei Sam Berge (Norwegen) und Kai Ipsen (Danemark) zu. Zum Vergleich: Ein konventioneller, amerikanischer 12er Entwurf von Al Mason (rot,innen) und aufen dartiber der Spantriss des A-Bootes ,,Peter Pim” (blau). 11 Ein kurzer Uberblick iiber die Entwicklung aller R-Klassen. Der gelingt am ehesten bei den Sechsern : 1907 als kleinste Klasse aus der Taufe gehoben. Deshalb fand sie SF auch die meisten Anhanger. Wenn man der Statistik glauben mag, wurden seitdem 1550 Boote gebaut, in den letzten 30 Jahren etwa 100 moderne. Von den Klassikern stehen noch 305 im Register. Aktiv an Regatten beteiligen sich 135 Jachten. Die Hauptattraktion war lange die Aussegelung des »Skandinavischen Gold Cups“, gestiftet von Finnland. Eine aktive Klassenorganisation bildet heutzutage das Band unter Eignern. Sechser, spdter als Tourenjacht ausgerustet, sind den eher eine Seltenheit- wie hier der umgebaute niederlandische Olympiavertreter von 1932. Achter werden heute ebenfalls als reine Rennjachten gesehen. Etwa 500 wurden gebaut, 177 stehen heute noch im Register. Die \ | \) = Klassiker bilden heute das RUckgrat der Flotte. Zu \ {| \ \ Weltmeisterschaften trifft man sich seit 1983. Ein Transport 8 Uber Land auf einem Tieflader ist schon aufwendig und wird zumeist in Europa praktiziert. Von Hamburg aus bemannt die SSS japanische Familie Toyabashi den Klassiker ,,Aun“ —— (J.Anker,1940) fiir Starts in den wichtigen europdischen Regattawochen. Das Image der Zw6lfer als hoch angesehene Rennjacht wurde nach dem 2. Weltkrieg von ihrem Einsatz beim Americas Cup gepragt. Die Klassiker mit den weltbekannten Namen bewahren heute das Erbe: “Nyala“ z.B., 1938 von Nevins gebaut, heute in italienischer Hand, gewann im Alter von 75 Jahren den WM-Titel! In den USA ist heute noch die Mehrzahl der ca. 100 gebauten 12er zu Hause .Sie werden vielfach von Stiftungen genutzt , um Teams zu bauen und Charterern Anreize zu geben, vor aller Offentlichkeit Regattasport zu betreiben. In Europa setzen aufwendige Renovierungen( z.B. in Deutschland bei Robbe& Berking oder Martin) neue Akzente mit Klassikern in dieser prominenten Klasse. Die 5.5 er haben seit dem Krieg als kleinere, neue R-Klasse die 6er abldsen sollen und die meiste Aufmerksamkeit gehabt. Ihr Einsatz bei Olympia seit 1952 kamen Segler aus den USA und von den Bahamas wieder hat dazu beigetragen. So vermehrt nach Europa. In Skandinavien und der Schweiz liegt heute der Schwerpunkt, auch der Goldcup wird haufiger dort ausgesegelt. 12 55m , LAassic 7 pees Llv/sien a , Evolution " Madern Die Entwicklungsreihe der 5.5er von 1950 bis 2014: Klassik, Evolution, Modern 13 bm R von Hadt HE Whiten LUGS Arvid, S$ a5 aad 545 Jan Toler Aue. ,4priclio’ Bruce Kirby WS- 127 AIBY Glon Foster VTM, 545, Eric Ridder Entwicklungsreihe der 6 Meter R-Klasse von 1907 bis 1986 Wes erg tr Lipton 1920er Hagpe USA M1 Var ’ Johan JOON ay 19 4 s-N 38 “Cermanial’’ 7936 3- G22 AaR v he Spier AUN “ S=JPA ~4 7940 Teguos ° LLSA S&S Flugene van cor hi's Cary Null + lan Howlett \ ¥ i Mee HOLLANDIG : S-NED 7 aanyinede ‘ GBR léter Wilson Die Entwicklung der Zwo6lfer seit 1907 Uber ca. 70 Jahre: 1.Heti, 2. Anitra, 3.Weatherly, 4.Courageous, 5.Azurra, 6.USA, 7.Australia. Was blieb von dem Gedanken einer wohnlichen Ejinrichtung, um spdter auch eine zweite Karriere als Tourenjacht zu erméglichen ? Bei etlichen reinen Rennschlitten hatte sich das offene Cockpit weit nach vorn ausgedehnt:Dort standen in der Grube die Kaffeemtihlen zur Bedienung der Winschen. Eine viel beachtete Méglichkeit erdffnete sich fir” Amercan Eagle”: Unter seinem spdteren Eigner segelte Ted Turner diesen 12er umgerustet auf vielen Hochseeregatten in den Staaten und in Europa. Voraussetzung: Der sehr solide Bau! Cerubsyegigion dev Basessses wren Latters Mit dem 12er ,,Ashanti 5“ (dargestellt im oberen Einrichtungsplan) segelte der Bremer Eigner auch Regatten in den USA und erntete Bewunderung fiir seine Werftarbeit; Bauaufsicht z.B. durch den Germanischen Lloyd. Darunter eine Einrichtung, wie sie Konkurrent Jimmy Rasmussen bei Abeking und Rasmussen entwarf. Zwischen ,,Weatherly” und ,,USA“ liegen knappe 25 Jahre. Noch immer errechnet man den Rennwert von maximal 12 Meter. Drei die Geschwindigkeit bestimmende Faktoren blieben dabei uber die Jahre ziemlich unverdndert: Lange in der Wasserlinie, Segelflache und Gewicht. Aber augenfallig wird an dieser vergleichenden Zeichnung, woran der Konstrukteur sparen konnte, um den Speed zu erhéhen: An benetzter Oberfldche. Segelriss des franzdsischen12ers ,,French Kiss“ von 1986. Heute ,,Ecosse”. 18 Was mich mit der A-Klasse verbindet. Etliche Jahre mit kleinen und kleinsten Modellbooten vergingen als aktive Modellsegler vor Oevelgonne auf der Elbe , bevor mein Bruder und ich in der zweiten Halfte der 50er Jahre der ersten- teils wiederhergestellten- machtigen Jachten der A-Klasse ansichtig wurden: ,,Onkel Adolf” (SVAOe) und ,,Delphin“ von Walter Guth (BMYC) . 1959 in Gatow/Berlin bei der ersten DM wurden wir dann Zeuge des Siegs von Fritz Jacobsen (SVAOe) mit seinem Neubau ,,K6nigin“ . 1960 in Hamburg sahen wir die ersten imponierenden danischen A-Boote: ,,Revanche” von Kai Ipsen und ,,Vito“ von Jens Brandt: Raffinement pur in den Riggs, bei Beschlagen und Segeln ! Zur englischen Meisterschaft 1961 in Fleetwood charterten mein Bruder und ich G-101 ,,Kénigin“” und erkannten das gewaltige Ausmaf der Aufgabe , die nun vor uns lag: Anschluss zu finden ans internationale Niveau; reprdasentiert etwa durch Dick Priest, Gebr. Jones oder Roy Gardner. Harte, weitere Jahre folgten-heute wissen wir- mit unzureichend ausgertisteten Charterbooten von Fritz Jacobsen, u. a. mit ,Jill” |“ in Gosport und Fleetwood, 1962 und 63. Als sich ein eigener Neubau noch nicht realisieren lie&, erwarben wir ,,Moonshine“ von Ken Jones. scheiterten wir noch knapp Im YM-Cup 1964 an Roy Gardner , dem englischen Vertreter. Aber im Jahr danach gewannen wir deutlich die Britischen Meisterschaften in Fleetwood. Den YM-Cup verpassten wir aber gegen Mep Hoorebeke. Einen ersten Neubau “Together” (G-128) realisierten wir mit John Lewis und Ken Jones. Wir trennten uns aber wieder von dem Boot. Wir gewannen eine weitere DM mit der gecharterten G-125 ,,Hamburg” auf der Alster. Ubernahmen dann ,,Moby Dick“ von Ken Jones. AnschlieRend verfeinerten wir das Konzept dieses Schwergewichts mit John Lewis zu »Peter Pim”. Das erfolgreiche Boot gewann u.a. den Yachting Monthly Cup in Gosport 1972.Die hochkaratig besetzte Regatta in Hamburg , parallel zur Olympiade, verlor ,,Peter Pim” gegen Roger Stollery, es wurde sein knapp erster Auslandserfolg. 1975, zur WM in Fleetwood fihrte »Peter Pim“ bis zum Schlusstag,, endete hinter Mike Harris. Gewann daneben die Paarwertung mit Dennis Lippett. Wir starteten 2005 letztmalig zum hundertjahrigen Jubilaum der SVAOe in Fleetwood; erfolgreich gegen den X-fachen englischen Meister Alex Austin. Endeten aber bei stark auffrischendem Wind unter“ ferner liefen“, als die Leichtgewichte unter Spinnaker surften und der Skipper sich beim Sprint eine Muskelzerrung zuzog. Die weitere Entwicklung der A- Klasse verfolge ich intensiv; dazu fuhre ich seit langem einen Briefwechsel mit Mitgliedern u. a. der Vintage Group in UK und USA und tausche mit ihnen Material aus. Ich verfasste mehrere Artikel und Aufsdtze Uber prominente Modellsegler und den internationalen Austausch, zuletzt ein Buch Uber Modellsegeln in Norddeutschland zum 125 jahrigen Bestehen der Modellabteilung der SVAOe. a € 1 v 1888 Oevelgonne 19 Die A-Klasse, nur ein Testfeld im Mafstab 6:1 ? Es war eine genial einfache Idee: Testet doch eure Ideen flr Meter-Jachten - vor dem aufwendigen Bau einer solchen Jacht -mit Hilfe genigend grofer Modelljachten: Euch erwartet dann ein viel geringeres Risiko! Die Segeleigenschaften lie&en sich dann auf dem Modellteich ganz aus der Nahe beobachten. Der Gedanke konnte einleuchten. Kam er auch an ? Was der versierte Sekretar der internationalen I[YRU Major Malden Heckstall Smith im Jahre 1922 dazu ersann, kleidete er in folgende Formel: Liys 7 , LS. * py lm Abgeleitet hatte er sie von sehr erfolgreichen Vorbidern, den Meter Klassen. Dort galt z.B. auch diese lang erprobte Regel- im Laufe der Zeit nur leicht modifiziert: Der Rennwert R betragt z. B. 6 Meter oder 12 Meter. 1904 L+B rhe +3d+BVSA —-F 2 1919 1934 1 +8G +2d+V5A' F 2:5 L+2d +VsA -F 2,37 20 ~—d Zum bildhaften Vergleich fordern heraus: Das A-Boot ,,Top Hat“ gezeichnet von John Lewis, L i A ca. 1,85 m. Den Sechser ,,Mellum“ baute Abeking & Rasmussen 1936, L:U.A 11,25 m, Segelflache 44 Quadratmeter. Nur erahnen Idsst sich der unterschiedlich hohe Einsatz an Zeit, Material und Geld ftir den erhofften Erfolg auf der Regattabahn. Heckstall Smith war Uberzeugt, die neue Formel wurde ebenso elegante Boote wie schon vordem in der Sechs Meter R- Klasse hervorbringen. Aber bei nur 1.5 bis zwei Meter Uber Deck! In dieser Uberzeugung sollte er Recht behalten. Der Aufwand dafiir war zudem Uberschaubar. Nach den verheerenden Folgen des ersten Weltkriegs litt die Bautatigkeit selbst in der kleinsten Klasse, den Sechsern. Heckstall Smith sann nach einem probaten Mittel dagegen. Den jungen und teils noch unbekannten Konstrukteuren wollte er ein anspruchsvolles, aber risikoarmes Testfeld erschlieBen. Englisches Sprachrohr fur die Idee wurde die Zeitschrift ,,Yachting Monthly“. Der Name der neuen Boote lautete also zunachst Yachting Monthly Six Meter“. Segler und Interessenten im Stiden Englands schlossen sich bald zur ,, Y.M. 6 m zusammen. Der Verein besteht bis heute. Der wesentliche Impuls fiir die Anerkennung der neuen Klasse, die bald darauf ein ,A“ im Segel fuihrte, stammte von dem beruhmten Wander-Pokal her, den der Herausgeber der Zeitschrift “Yachting Monthly“ fir einen neu ausgeschriebenen internationalen Wettbewerb stiftete. Der sollte fur Jahrzehnte das Ziel aller weiteren Bemthungen der besten Modellsegler beiderseits des Atlantiks werden. 21 Owners Association“ Die Entwicklung der A- Klasse bei den Modelljachten, im Kontext des Segelsports und im Vergleich mit den internationalen R-Klassen. Welche Konkurrenzen bestimmten das Bild zwischen Amerika und Europa? Eine Sicht: In diesem Aufsatz behandle ich die Entwicklung der A-Klasse_ seit 1922 und setze daneben einige Zeichnungen von nahe verwandten Regatta- Jachten- zumeist der sog. Meter-Klassen- aus Uber 100 Jahren. Denn deren Formeln gaben das Vorbild ab fir die kleinere A- Klasse der Modellsegler. Mit beiden zielte man auf eine Forderung des internationalen Austausches: Jetzt auf den beiden Ebenen unseres Sports- mit bemannten Sportbooten und auch mit Modelljachten ahnlichen Typs. Schon bald nach 1900 entwickelte sich diese neue, international gepragte Sichtweise, auf beiden Seiten des Atlantiks . Den Boden fir diesen nachhaltigen Aufschwung des Segelsports hatte erst das Auftreten von Amateuren bereitet, Sportler, die sich auch in Regatten selbstbewusst an die Pinne ihrer eigener Boote setzten. Das begann vor etwas mehr 100 Jahren, parallel zur einsetzenden olympischen Bewegung. Als Thema ihrer Malerei entdeckten die franzdsischen Impressionisten den Segel-und Regattasport in den 1870ern bei der Beobachtung der Freizeitaktivitaten ihrer Mitburger. Das Thema wirkte dann Uber die deutschen Expressionisten bis in die Gegenwart fort. Franz6ésische Malereien von Claude Monet aus Le Havre, von Camoin aus Marseille; die spdteren deutschen Bilder des Expressionisten Lyonel Feininger leben von seinen Ostseeerinnerungen aus den 20er Jahren. 22 Einer dieser franzésischen Maler, spater auch ihr Férderer und Sammler, der Ingenieur Gustave Caillebotte, machte als Segler niederschmetternde Erfahrungen bei einer halsbrecherischen Tour mit einer Ubertakelten Jolle (vom Typ amerikanischer ,»sandbagger” mit Sandsacken als Ballast) Uber den Armelkanal zu Regatten im Solent . Dort wurde er vollends bekehrt: Caillebotte begann nun, sehr schlanke Kielboote mit Aufenballast zu konstruieren und erbaute eigens dafiir eine Werft in Argenteuil an der Seine. Bild unten. Mai 1893: ,Dahud” Meter von lang, geringer Stapellauf Caillebotte; sehr Freibord. besafs damals der 13 schmal, Die Werft die modernste Slipanlage ihrer Zeit. Die erste deutsche Jacht britischen Seglern als hingegen, die in Regatta-Mannschaft) Frankreich beim einen ,,Coup de spektakularen France“ vor Erfolg (mit Le Havre heraussegeln konnte, stammte vom Zeichenbrett des jungen Ingenieurs Max Oertz, der etwas spater in Hamburg seine Werft aufmachte. “Felca“’s niedriger Freibord und schlanke Linien verraten uns, dass diese Jacht 1907, aber noch vor der Erschaffung der neuen, internationalen Meter-Klassen erdacht und gebaut wurde. Der eindrucksvolle Silber- Pokal, spater einfach nur Felca-Preis genannt, spielte Uber Jahrzehnte eine ganz wichtige Rolle in Deutschlands Regattazene als angesehenster Pokal bei den Kielbootklassen (6er,Drachen). 23 Russ Kramer malte diese eindrucksvollen Bilder , in denen sich das Landsleute wiederfindet , mit dem Amerikaner die friihe sportliche Engagement seiner fanatische Verteidigung des America—Pokals betrieben haben; u.a. 1886 mit der Sloop Mayflower, 1871 mit dem Schoner ,,Dauntless“ gegen“Columbia“. Aber alle diese fruhen spektakularen Ereignisse im Segelsport, wie auch der Kampf um den America’s Cup oder etliche Ozeanrennen , wurden noch Uber Jahrzehnte von ehrgeizigen Machos um des eigenen Ruhms und der Ehre der Nation wegen in Szene gesetzt ,von ihnen aber grundsatzlich nur mit Hilfe bezahlter Berufsseeleute bestritten, zumeist ganz ohne eigene Anwesenheit des Initiators und Eigners als Skipper oder Kapitan an Bord. 24 Um den Pokal des deutschen Kaisers segelte 1905 der amerikanische Dreimastschoner ,Atlantic” (siehe das Rosenfeldfoto auf der Vorseite) unter Kapitan Charly Barr erfolgreich und in Rekordzeit von 12 Tagen von Sandy Hook nach Lizard Point gegen den deutschen Schoner ,,Hamburg“ als zweiten Preistrdger(siehe Gemdlde von Schnars Alquist). Dieser Renn- Schoner (ex ,Rainbow”) Jachtmatrosen. diente dem Verein Der Schoner ,,Atlantic’ weist Seefahrt damals zur Ausbildung von wegen der Lange von 56 Metern sehr harmonische Linien auf. Dieser amerikanische Typus kombinierte Kiel und Schwert in einem Stahlrumpf. Ed Kastelein aus den Niederlanden war von diesen Linien hundert Jahre spdter fasziniert und wurde -in unserer Gegenwart- zu einem Nachbau auf eigener Werft animiert. Bedeutend langer wurde der sportliche Weg, bis sich der erste Amateur, der Englander Sir William Burton, ein Freund von Lipton, bei einem so wichtigen Rennen Americas Cup ans Ruder eines Herausforderers wie dem stellte — erst 1920. In England segelte er auerdem auch mit Modelljachten- als Prasident der MYA. Auf dem Solent segelte er nacheinander etliche 12er. Eine neue R-Jacht bestellte er wie Leute seines Schlags Anziige beim Schneider. In einem der ersten beiden Rennen liegt “Shamrock” in Luv und verlor dennoch forderung Heraus- gegen ,,Resolute“, Wettkampf, brechung diese vorn, der durch ein nach_ Unter- den_ ersten Weltkrieg zustande kam. Am Ruder von ,,Resolute” stand nun ebenfalls ein Amateur, Charles Francis Adams. Das amerikanische Ubernahm danach Ehepaar dreimal die Vanderbilt Rolle verantwortlichen Skippers amerikanischen Pokal-Verteidigern, zusammen mit ein paar seiner Getreuen, u.a. mit den Bridern Olin und Rod Stevens . 25 des auf Warum kann bei ,,Ranger” schon bei wenig Lage die eigene Welle in Lee an Deck steigen ? Der maximale Freibord von 1,65 Meter sorgt fur eine elegante Silhouette ,war aber zu gering bemessen. Deutlicher wird das Defizit erst im Vergleich: Hier habe ich die Profile von »Endeavour II“ und dem A-Boot ,,Peter Pim” tibereinander gelegt. Bei der Modelljacht ist der Freibord deutlich hdher, ebenso der Tiefgang. Das _ Seiten- profil von Endeavour Il als Mu- ster an Eleganz der in J-Klasse geruhmt- im Vergleich zu Shea dem A-Boot . ,Peter Pim“: Erkennbar erhoht ist das Potential der Modelljacht durch mehr Tiefgang und mehr Freibord. 26 Die bezahlte Mannschaft des Pokalverteidigers ,,Rainbow“ logierte und afs im Vorschiff. Man sieht die Metallspanten auf der genieteten Aufenhaut, wo die Rohrkojen aufgehdngt sind. An den Schoten rissen immer noch die bezahlten Leute. Aber die Fiihrung des Schiffes hatte neben dem Eigner Vanderbildt eine Gruppe von Amateuren, die den Regattasport wie er von der Pike auf gelernt hatte. Es waren Segler, die das Vertrauen des Eigners tiber Jahre gewonnen hatten, ihn bei seiner schwierigen Mission zu unterstiitzen: Seine Frau war die Zeitnehmerin. Zenas Bliss, mit Sonnenbrille, war der Navigator. Joe Mercer (rechts) war Taktiker und Berater. Die Gebriider Stevens waren mogliche Abléser am Ruder; im Grunde aber zupackende Problemléser in allen Lagen an Bord- praktisch.und theoretisch. 1938 wurde ,,Ranger” erstmals ohne Syndikat und von Vanderbildt allein finanziert und gemanagt. Das zu schultern war auch fiir einen Milliondr nicht ganz einfach. Die Garderobe an Vorsegeln und Spinnakern incl. der Quads d.h.. der Genuas und Kltiver mit zwei Schoten, war fir alle Windstdrken zu bemessen- ein Dutzend Segel. Das Grofsegel aber hatte schon auf zwei siegreichen Vorgdngern gedient: Es hatte unglaubliche 87 Wettfahrten hinter sich und wurde- passendfiir,,Ranger“- nur durch eine zusGtzliche Bahn unten vergr6éfert. 27 Woran orientierte sich um 1900 der Bau von Modelljachten ? Wie befreit man sich von Ubermachtigen Jachtszene- Vorbildern etwa von aus der Herreshoff? Was bestimmt das internationale Bild? Beim Bau von Modelljachten war man sich schon fruih einig: Auf langen Kursen bedurfte es keiner grofen Ruderfldche fiir Korrekturenwenn Uberhaupt. Eine einheitliche Losung, wo dieses Anhdngsel anzubringen ware, gab es aber lange Zeit nicht. war die Norm, Eine Kuttertakelung mit BGumen am Fufs der Vorsegel. ,,Polka Dot” gewann 1922 gegen »Endeavour“, dem ersten — englischen Herausforderer gesegelt von Bill Daniels. Fehite ein begehbares Ufer, begleitete man mit dem Skiff und formte so eine Startlinie. Das Vorbild der grofsen Rennkutter ist in den amerikanischen Modelljachten bis 1920 prdsent. Schon langst bestimmten segelnde Amateure andere weite Teile des Bildes im Jachtsport- im Grunde seit der Jahrhundertwende, als zwei konkrete Ergebnisse aus erfolgreichen internationalen Ubereinkiinften internationale Regatten nun leichter méglich machten: Die Festlegung von internationalen Wettsegelbestimmungen, die sowohl auf beiden Seiten des Armelkanals und des Atlantiks galten. Zum anderen Bau wettbewerbsfahiger die Schaffung von Formeln Uber den Jachten der sog. ,Meter- Klassen“, die einen fairen, einen besseren Vergleich unter Seglern aller Nationen erleichtern sollten. Aber wie nahe standen sich kurz nach 1900 einige Erbauer von Konstrukteuren der neuen Meter-R-Jachten, die haben? 28 Modelljachten den ihnen hier offenbar Pate gestanden a RO Shedd. qr ae Rn Tet Fo Uetee ry 3. as Cia — af ‘= =: | NNSa os = 2 ~ ——- Pd ty Fo eae SPHINK, (METAR MODEL YACHT, 2 Zeichnungen: Hier ist man dem Vorbild recht nahe: Die Modelljacht ,,Sphinx” von 1908, ein sog. 1 Metre kiirzt den vorderen Uberhang, betont die Kielhacke, verringert die Ruderfldche (Bild rechts). Die R-Jacht von 1907 (links daneben) ist der Typ der Zeit. Der Modellbauer wird aber spdtestens beim Segeln erkennen missen, dass sein Boot die Segel-Eigenschaften des Vorbildes nicht erreichen kann : Tiefgang und Stabilitét reichen dazu nicht aus. Beispiel: Die Faktoren der urspriinglichen 1907 Formel von L #+2d —F +VS ; =12 2,37 ImJahre der 1907 formulierte auch neu_ formierte Segler-Verband der IYRU die Regeln und Baube- stimmungen dieser sog. Meter- neuen, Klassen, z. B. die 6 Meter R-Boote, die 8 m R-Klasse, bekanntesten etc. Am wurden die sog. “Zwolfer“ der Klasse. Jachten ermdglichten erstmals Zudem war 12 m R- Solche internationalen Wettbewerbe in verschieden MeterLandern. Segeln seit 1900 eine olympische Disziplin geworden und auch das verlangte geradezu nach _ einheitlichen Vorgaben und Wettsegelbestimmungen. Die verabredeten Formeln setzten die wichtigen Parameter, d. h. nun Lange, Volumen des Rumpfes und Segelflache zu einander in Beziehung. Den Konstrukteuren lie die Formel erheblichen Spielraum. Feste Materialstarken in den Baubestimmungen sicherten die Seetiichtigkeit und damit indirekt auch den Werterhalt der entstehenden Boote Uber einen langeren Zeitraum. Etliche existieren denn auch noch nach 100 Jahren! Siehe den 12er Riss von ,,Heti” (unten). 29 Der Linienriss zeigt den 12er ,, Heti“, entworfen und gebaut von Max Oertz in Hamburg. Die Jacht hat eine lange und recht wechselvolle Geschichte hinter sich. Heute segelt sie nach eingehender Renovierung wieder im Originalzustand und unter ihrem alten Namen.Die schrdge Kielsohle fallt auf: Diese Formel hatte womdglich doch einen Webfehler: Sie mafs den Tiefgang der Jacht nur an einer Stelle, d. h. am Hauptspant. Das nutzten viele Konstrukteure, um den Ballast achtern tiefer zu platzieren, ohne dafiir zu zahlen. Dimensionen: LUA=18,63m; LWL=11,50m; Segel=263 #m. In die Verwaltung des neuen, weltweiten Segler-Verbandes IYRU trat als Sekretar der vormals im englischen Verband tatige Malden Heckstall - Smith ein. Er begleitete recht lange die positive Entwicklung dieser Grundidee als Administrator. Vom Erfolg ermutigt ,fugte er nach vielen Jahren (1922) — quasi auch als _ preiswertes Experimentierfeld fiir Jacht- Konstrukteure- die folgende Formel ,,en miniature“ hinzu: Er wahlte als Rennwert ftir diese neue Klasse von grofenModelljachten R= gleich 1000 Millimeter(den Rennwert eines 6ers geteilt durch 6-reduziert auf 1m). Heraus L+YV3s . kamen Boote mit einer Lange deutlich unterhalb von zwei Meter. Die Englander nannten Monthly das Boot zundachst“ 4 4 -7 L:-Vs 72 ap m Yachting Six Meter“. Heckstall Smith begeisterte den Herausgeber der Segelzeitschrift »Yachting Monthly “, seiner neuen Klasse einen internationalen Start-Impuls zu geben durch Stiftung eines bedeutenden Pokals, der in England von anderen Nationen herausgefordert werden konnte. Bill Daniels, hoffte insbesondere auf die Amerikaner als Herausforderer. Er hatte sie 1922 besucht und wusste nun um ihre Starke- nach seiner Niederlage im offenen Wasser auf der Little Neck Bay bei Flushing Meadows ,dstlich von N.Y. City. Amerikanische Boote A- beim Schausegeln im Park am Capitol — Hill. Viertes Boot von links ist ,,Bostonia“, gesegelt von John Blacksonnenhut Hocke. 30 mit in der Diese Prestige-trachtigen Wettfahrten in England um den »Yachting Monthly Cup“ sorgten fur Aufmerksamkeit und fir ein machtiges Aufbliuhen der A- Klasse in den nachsten Jahrzehnten. Die amerikanischen Modellsegler gingen auch prompt ans Werk, sie bauten und segelten; aber sie lieBen sich doch etwas mehr Zeit mit dem logistisch schwierigen Schritt nach Europa. Den “Yachting Monthly Cup“ nahmen sie dann aber fest in den Blick. Allen Bemuhungen zum Trotz scheiterten sie in den 20ern und 30ern indessen sehr lange bei diesen Auslands- Missionen- noch dazu haufig genug denkbar knapp : In neun Anlaéufen wurden die Amerikaner ,,nur“ zweiter. Das wurmte und pragte jede Vorbereitung zu einem neuen Anlauf. Bostonig IL 194 John Wax ,Bostonia II”,1927. Ca. fiinf Jahre nach Einftihrung der A-Boot Formel zeichnet John Black dieses Boot, das selbst auf den Betrachter von heute ausgereift und modern im Konzept wirkt. Die souverdne Formensprache erinnert an (konsequente) Ideengeber aus dem Buiro/Werft von Herreshoff. Die Linienftihrung vom Kiel zu Ruder und Hacke ist sicher und entschieden, sie beruht m.E. auf gentigend Regatta-Erfahrung mit der ans Ruder gekoppelten Schotensteuerung- wie sie nur an Modelljachten erprobt wurde. Fiir mich erstaunlich: Es gibt keinerlei Orientierung fiir dieses Kielprofil an Beispielen von R-Jachten aus der Zeit. Ganz im Gegenteil-die getrennte Kiel/ Ruder-Anordnung wirkt- auch ohne das Vorbild aus dem Jachtbau- vollig uberzeugend. Diese Form tibernimmt der Jachtbau als Grundprinzip bei Rennjachten und Seekreuzern aber erst 40 Jahre spdter (,Tina” im Eintonnerpokal 1966). 1932 startet ,,Bostonia“” auch in Gosport. 1933 gewann John Black in Chicago unter 40 internationalen Konkurrenten mit ,,Bostonia III“. Rennstander von Harry Atkinson und Arthur Levison 31 Gegenbeispiel von 1927, R-Klasse aus Nordamerika; das Beispiel im Halbmodell zeigt die Canadische ,,Acadia“; das Profil ist eine typische Ausprdgung der ,,second rule“ im Kielprofil. Nur wenige Zeichnungen von A-Booten der ersten Stunde sind uns Uberliefert. Wir wissen aber gut, welche prominenten Protagonisten sich schon in den ersten internationalen Wettfahrten in England wiederholt gegenUberstanden. Aus den britischen Ausscheidungen fiir den ,,Yachting Monthly Cup“ ging Bill Daniels- wenn auch z.T. nur sehr knapp- mehrfach als Sieger hervor: Zunachst verteidigte er 2x mit seinen Booten ,,Invader“ und ,,Crusader”. Typisches Profil eines erfolgreichen A-Bootes , das Bill Daniels zeichnete , baute, segelte: 16 kg leicht, ca. 1.50 Meter Uber Deck. Der erste auslandische ee Herausforderer war der Dane Charles Tottrup, der als Tischler arbeitete. Er in UK muss ein hervorragender Bootsbauer gewesen sein. Kai lpsen aus Kopenhagen berichtete, wie sorgfaltige eines er das Aufplanken Bootes von ihm lernte. Eine Besonderheit TOottrups war die neuartige Verwendung von Aluminium, das er in flachen Streifen als Spanten einzog 32 Die vernietete er mit den Mahagoni- Planken. Alu fand bei den danischen Boots- und Riggbauern auch noch in den 30ern Verwendung, z. B. bei der Verstarkung einer Sahling. Trotz seiner anerkannten Fahigkeiten als Bootsbauer unterlag Téttrup einem englischen Multitalent in Gestalt von Bill Daniels ,der bei der Zeichnung begann, aber den gesamten Ablauf in allen Stufen vom Bau, Uber Ausrtistung, Takelung und Segeltrimm bis zum Sieg auf dem Wasser in seiner Hand hatte. Wenn er Boote fiir andere Auftraggeber entwarf und baute, nahezu die Regel bei ihm , blieb er sogar vielfach ersten Regatten. Diese ideale Form friiher auch Skipper des Bootes in den Ruckmeldung festigte seinen Nimbus als Konstrukteur und Segler. Der Amerikaner Weaver trat als nachster Starter fir sein Land in England 1925 mit“ Slipper“ auf, er verlor ebenfalls gegen Daniels, erneut englischer Verteidiger. Nach drei Siegen hintereinander durch Daniels fiel der YM-Cup also friih an den Eigner Scott Freeman. Die nachste Pokalstiftung wurde deshalb ein Wanderpreis. Beide A-Boote entstanden in den 20er Jahren, links in den USA, rechts in England . Bill Daniels war ein Multitalent als Architekt und Segler. ¥ Bangs 33 ce of etest conasttor the frst Yacrang Mortnty Chatange Cp “ore Diese beiden Herren, Bill Daniels und Bill Bithell verkérperten die anhaltend lange Rivalitdt in der A-Klasse zwischen England und den USA um den Yachting Monthly Cup. Auch in Hamburg 1936 trafen sie wieder aufeinander. 1924 in Gosport treffen Bill Daniels-als Skipper von ,,Crusader“, Segelnummer 8 , auf ,,Slipper“, gesegelt von dem Amerikaner Weaver (der Herr mit der Pfeife). Moralische Unterstutzung fur sein Boot und Daniels als dessen Skipper gibt hier der Eigner Scott Freeman im dunklen Anzug. Er hatte dann die Aufgabe, Monthly Cup in den gewonnenen Yachting Empfang zu nehmen. Links im rustikalen Anzug der Maat von Daniels- er trdgt ein Raumwind- gewickelt. Segel um den_ Spi-Baum Er hdtte auch ein Schiri mit Flagge sein k6nnen. Ein anderes englisches A-Boot aus derAnfangszeit, , Dayspring” K-11 , gezeichnet von Turner 1923. 34 Ebenfalls als englischer Konstrukteur von A-Booten der Marine-Ingenieur Turner —spater ,Admiral“ \@ ersten Stunde betdatigte sich der betitelt. Meine Skizze zeigt ,,Dayspring” von 1923, eingetragene Segelnummer K- 11. Er zeichnet ein kleines , leichtes Boot mit groRer Segelflache: Wasserlinie 44Zoll=111,7cm; Gewicht 36,5 lbs= 16,5kg; Segel1850#=1,193qum. ,s0n” a“ nannte diesen John Nachbau ,sonata”, einer Konstruktion Wasserlinie grofer von = _Turner- von gleichfalls noch Gale 1925 mit kurzer (117cm) Segelflache. und Turner kam zu seinem ersten Erfolg mit ,,Charis“, einem mit dem er die Boot, englische Meisterschaft 1927 gewann. John Gale, der Erbauer von ,,Son“, segelt dieses Boot auf Klassiker-Regatten der ,,Vintage Group“ auch gegen moderne Schiffe. Er- verzichtet dabei auf eine Windfahnensteuerung und benutzt die damals Ubliche Schotensteuerung zum Ruderquadranten, die nur auf dem raumen Gang Wirkung zeigt und dann einen kleinen Vorteil verspricht. Man beachte im nebenstehenden Foto die gekreuzten Grofsschoten zum Ruder sowie den Versuch der Ddmpfung und zusdtzlichen Begrenzung des Ruderausschlags liber Gummis und Stecker an der Brticke oberhalb der Pinne. 35 Englische A-Boote imitierten etwa 40 Jahre lang das klassische Deckslayout einer grofsen Rennjacht. Daher die aufgemalten Fugen eines Teakdecks mit Mittelfisch und Relingsleiste, teils imitierten sie auch ein Schandeck aus Mahagoni. Die notwendige Luke im Deck wird seit jeher als das Skylight zur Kajlite umgedeutet und entsprechend bemalt. Bis Mitte der 30er Jahre hatte sich ein Typus des A-Bootes herausgebildet, der eine Art europdischen Kompromiss darstellt, unabhdngig von der Nation und auch recht unabhdangig vom Segelrevier. Erst spdter spielte der Gewdssertyp eine grdfere Rolle. Das Boot stellt einen Kompromiss dar zwischen bis dato erprobten Faktoren :Ldnge ca. 127 cm(+/- 3cm) ,moderate Uberhdnge vorn und achtern (ca.30cm),maximal erlaubter Tiefgang, dazu eine grofe Segelflache von 1850 Quadratzoll= uber ein Quadratmeter, Gewicht keine 20 Kilo. Grdfere Unterschiede zeichnen sich aber schon ab in der Bemessung des Lateralplans: Halt man ein Maximum fur eine gute Kursstabilitat fur erforderlich, oder verspricht man sich mehr Steuerfdhigkeit mit einer sensiblen Kurskorrektur Uber das kleine Ruder durch den Schotzug? 36 Womit segelten die erfolgreichen Englander? Welche Bandbreite hatten ihre Versuche und die der erfolgreichen, englischen Spitzensegler? Oben: W.C.Holden vertraute 1935 einer Konstruktion von Admiral Turner: K-357 ,Naiad“. Er baute diesen Spitzgatter nach dessen Planen und erschien damit in Hamburg zur internationalen Regatta. Als Leiter des englischen Teams belegte er den zweiten Platz hinter Bill Daniels mit ,,Fuselier”. 1. ,.Mitte: Bill Daniels entwickelte seinen Typ behutsam weiter, verfeinerte ihn seit 1922. Weil die Lateralflache etwas geringer war, machte er die Leitflache vor dem Ruder deutlich grdfer als z.B. Turner. Bill Daniels wurde zum erfolgreichsten Konstrukteur und Segler: Er wusste genau, was ein solches A-Boot unter welchen Bedingungen in seiner Hand zu leisten vermochte. 2. 3. Unten: Bill Daniels wusste davon, dass alle Konstrukteure in den R-Klassen anders verfuhren.1929 und auch 1930 machte er ftir die Meisterschaft in Fleetwood ein Experiment mit ,,Albion”: Das Boot bekam einen durchgehenden Kiel. Trotz seines Erfolges damit kam Daniels aber wieder davon ab: Die Lateralflache war sichtbar grdfer, ein Nachteil bei leichtem Wind. Die erhofften besseren Kreuzeigenschaften machten das offenbar nicht so ganz wett. 3. Blieb deshalb auch bei Daniels Diskussionsbedarf? Es steht zu vermuten, dass er diesen Sachverhalt mit Olin Stevens bei einer Demonstration von Modelljachten am Teich von Gosport 1935 erértert hat, als ,,Stormy Weather” siegreich die AtlantikRegatta nach England beendet hatte. Eine ,,Hochseejacht“ von S&S unterschied sich von nun deutlicher von einer R-Jacht; wenn auch weniger im Profil und dem durchgehenden Kiel. Denn der Vorgdngerin ,,Dorade“, siegreich 1931, sah man die Nahe zu den R-Jachten noch deutlich an. Eine unmittelbare Anleihe war bei,,Dora“ von Watson erfolgt. Erst am Ende seines Lebens gab Olin das offen zu. 4. Nach einer komplettenRenovierung segelt ,,Dorade“” heute mit diesem Outfit. 5. Es sollte sich aber noch zeigen, dass die Skandinavier am Langkieler nicht zweifelten und einen Weg fanden, mit ihren Modelljachten sehr erfolgreich zu sein. Im Buiro von Sparkman & Stevens sind Modellsegel-Erkenntnisse indes tiber den Kurzkiel mit getrennter Ruderhacke bei Seekreuzern damals nicht angewendet worden. Man sah Festigkeits-Probleme und deshalb lehnte das Buro 37 von S&S einen Auftrag von Bruynzeel fuir die Hochseejacht ,,Stormvogel” mit dieser entschieden ab. Was also blieb ihm? Er ging deshalb Kielversion noch der Linien wegen zu van de Stadt, des Bauplans wegen zu Laurent Giles und der Takelage wegen zu John Illingworth. Als keine Jacht-Werft seinen Auftrag Ubernahm, baute er das Schiff selbst. Erholung : Mitte der 30er Jahre kam endlich die langwierige wirtschaftliche Erholung nach der Recession. Der sportliche Austausch Uber den grofen Teich hinweg verstarkte sich langsam wieder, auf beiden Ebenen,dem Modellsegel- und dem Jachtsport. Johan Anker aus Norwegen und Henry Rasmussen aus Bremen beide zeichneten elegante 6er und bauten sie auf ihren Werften. Mit Genua unterwegs ist , Hamburg” 6-G 1 von E.Laiesz. Eine Revision der R-Klassen Regeln (,,third rule“ ,1934) bezuglich des Tiefgangs veranderte das Profil der R-Jachten nachhaltig. Der Gebrauch eines Uberlappenden Vorsegels-von nun an Genua genannt, veranderte das optische Bild noch mehr. Die zusatzliche, unvermessene Segelflache am Wind brachte die Konstrukteure dann dazu, WL. und Verdrangung weiter zu L i}Hh J U]} i} l}fy MM|i} {] Mi i MHmM LT efeetea i ia optimieren, d. h. weiter ansteigen zu lassen. »Sleipnir II* Konstrukteur Baujahr . Henry Rasmussen -... 1935 Lange . 11,40m Breite -.. 1,83 m Tiefgang........ 1,75m | —— =< | 6 MR-YACHT Segelrisse von“Sleipnir” 1935 von A&R, daneben ,,Nirvana“, gezeichnet 1939 von S&S Aufsehen in Europa erregte 1936 der amerikanische 6er ,,Indian Scout“, gesegelt von seinem Eigner Herman F. Whiton. Der erfolgreiche Entwurf stammte von ihm, einem Amateur als Designer. Das Boot erschien zum Skandinavischen Gold Cup und raumte auch danach auf der Kieler Woche 1936 alle bekannten Pokale ab: Den Felca-Preis, den Reichskanzler-Preis, den Herrmann Goring-—Preis. Als Whiton sich weigerte mit Hitler bei der Preisverteilung an einem Tisch zu sitzen, er hatte sich auch kritisch gegentiber der Aufenpolitik der Nazis geadufert, sperrte man ihm den Kredit und schickte inn aufer Landes. Mit Whiton eliminierte man so den Favoriten fur Olympia in der 6 Meter R-Klasse. Keinesfalls verhalf dieses unsportliche Politikum Deutschland zu einer Medaille. Whiton indes kam wieder: Er holte sich mit ,Llanoria“, einem Sechser von S&S ,die Goldmedaille 1948 in London und 1952 in Helsinki. Das erfolgreichste Boot in den R-Klassen der Kieler Woche 1936 war ,,Indian Scout“. Von der Presse wurde das tiberlegene Boot auch ,, der blaue Teufel“ genannt. 39 Die Sechser bei Olympia 1936 segelten damals auf der Innenfdrde. Es siegte England vor Norwegen und Schweden. 1948 und 1952 segelte Herman Whiton mit ,,Llanoria“, einer Konstruktion von S&S zu zwei Goldmedaillen. US82 ist eine Weiterentwicklung von ,,Djinn“ US- 80 ,Goose” US-81 und in ganz kleinen Schritten, wie das das typisch fur Sparkman & Stevens war. Uberraschung 1935 aus Norwegen Zwei Norweger, Anker und Berge ,beide nacheinander Schiller von Herreshoff in den USA, pragen als Zeichner und erfolgreiche Segler die skandinavische Sichtweise. Was eint sie?Anker und Berge lernten dort nacheinander nicht nur schnelle und erfolgreiche Jachten zu zeichnen, sie eint auch ein Schdnheitsideal: Was ihrem Auge auf Papier gut gefiel,sollte auch real auf dem Wasser beeindrucken. Wahrend die Englander im Modellsegeln ihre Stellung gegen die Amerikaner im eigenen Land noch behaupteten, kam die _—grokke Uberraschung in der A-Klasse 1935 beim YMCup aus Norwegen. Der siegreiche Bootstyp von Sam Berge war ausgerechnet der eigentlich schon lange abgemeldete Langkieler- nun aber verfeinert und ausgerustet neuartigen, einfachen mit einer Windfahnensteuerung. Sam Berge aus Grimstad stellte fest, dass sich sein Boot damit an der Kreuz bedeutend 40 genauer am Wind steuern lief&, ohne Killen eines Segels und ohne Verlust an HOhe- so wie ein routinierter Steuermann. Auferdem benutzte Sam Berge Segel aus einem englischen Stoff, dessen Oberflache stabilisiert und impragniert war und sich bei Nasse nicht mehr verzog. Einschlagige Erfahrungen hatte Sam Berge in Amerika auf der Werft von Herreshoff gesammelt. Dabei wandelte er als Schuler auf den Spuren seines Landsmannes Johan Anker. Sam hatte dabei auch die Windfahnensteuerung kennengelernt, welche die Werft zum Testen segelfahiger Modelle im offenen Wasser benutzte. Im offenen Fjord hatte Sam seine A-Jacht ,,Prince Charming” wie in Skandinavien Ublich, vom Kajak aus erprobt. Woher indes die nétige Erfahrung auf dem andersartigen Modellsegelteich stammte, ist unklar. Sam war ein ehrgeiziger und geschickter Segler. Als seine erfahrenen Maaten kamen in England sowohl Walter Jones und auch der franzdsische Seemann Horace Boussey zum Einsatz. SUPPLEMENT FO. : Vou. Vill. Nok “PRINCE CHARMING Peseta ey II” Designed, Buik, Owned and Ssiled by THE NORWEGIAN ENTRY FOR 1935 INTERNATIONAL RACES Seale: One-sinth of Full Sire. Sam O Berge with the trophies won in 1935 Mit seinen Zeichnungen ist Sam Berge den elegantesten R-Jachten seiner Zeit so nah wie noch kein anderer Modellbauer . Das ist erstaunlich, denn er hat keinerlei professionelle Ausbildung genossen; er war Autodidakt, der nach dem Tod seines Vaters mit 15 die Muhle zusammen mit seinem Bruder Ubernahm und so etwas wie eine angeschlossene Stellmacherei. Die obige Zeichnung von ,,Prince Charming“ erschien in einer englischen Zeitschrift- er hielt also nichts hinter dem Berg. Im Gegenteil, er schenkte auch seinen Konkurrenten Modelle seines Windruders. Der eigene skandinavische Weg fiihrte dann von TOttrups fruhen Niederlagen in England Uber Sam Berge aus Norwegen zum mehrfachen danischen Champion Kai Ipsen, der Revanche nahm. Seine beiden A-Boote “Revanche”, D-22 nannte er nicht ohne Grund und D-44. Den groRen Schritt 41 vom offenen Wasser des Oresundes aber auf englische Modellsegelteiche wagte Kai erstmals 1948, als er ein Boot konstruiert hatte, mit dem er Sam Berge in Oslo Uber war. Dessen Erbe bewahrt er. Kai hatte die Entwicklung und die Fortschritte der skandinavischen Konstrukteure bei den R-Klassen gegeniiber den Amerikanern intensiv verfolgt und fir »Revanche” seine Schliisse gezogen. Ich werde diese Boote noch neben einander stellen. Die Skandinavische Segelsport- und Sichtweise insbesondere auf auf den die R- Klassen- war eine etwas andere. Man war dort der sportlichen, internationalen Entwicklung am nachsten. Die gekr6nten, aber volksnahen Haupter, waren Vorbilder im Regattasport: Sie segelten in den umkampften internationalen Klassen und bewiesen sich dort - als Crewmitglieder und selbst bei Olympia mit Medaillen. Die erfolgreichen Boote ihrer einheimischen Konstrukteure wurden durch die Presse hinreichend bekannt, z. B. solche von Johan Anker,Laurin,Estlander,Reimers, Norlin. Dieser elegante Achter “Aun” (8-JPN 1) ist typisch fiir Johan Anker, es ist einer seiner letzten Entwuirfe von 1940. Es war Krieg; der Entwurf blieb dann 60 Jahre in der Schublade liegen, bis die japanische Familie Toyabashi ihn, quasi posthum ,in Europa bauen liefs(2002), um damit und ihrer Familiencrew alljGhrlich bei Regatten in der Gruppe der Klassiker zu starten. 42 Die Profile der A-Klassenjacht ,,Prince Charming II” von Sam Berge von 1935 und der Achter ,»Aun“ , gezeichnet 1940 von Johan Anker, zeigen eine frappierende Ubereinstimmung, die auf Studienaufenthalte bei Herreshoff inden USA zurtickgehen dirften. Die Kielsohle bei der Modelljacht (rdétlich) schmeichelt eher dem Auge; die schwere Jacht (grin) muss dagegen auch sicher auf dem Slipwagen stehen oder an Land aufgebockt werden k6nnen. Demonstration durch auslandische Gaste fiir das Modellsegeln in Hamburg 1936 Wh, Fis Den internationale Modelbaadsregatta i Hamburg. Fra venstre ses: Mr. W. J. Danels, England, med yfusilier“, 1. Pr. fra »Den frie og Hansestaden Hamburg", og Mr. J. Child, England; H. Wark, Tyskland, med Germania ; W. G. Bithelt, U.S. A., med ,,Blue Chip“; Oberst W. C. Holden, England, med 2. Pr. Tageren »Naiad*; den tyske .,Niederelbe“, Marblehead-Klassen: Bruno og H. Stehr med .,Quick jr.*; Dir. Black, U.S. A., med ,,Cheerioh“, 1, Pr.; WV. Smith, England, med Vectis; og Dipl. Ing. Chr. Aug. Beringer, Tyskland, med 2. Pr. Tageren ,,SagittaTM. Die weitldufige Anlage mitten in der Billwerder Bucht bestand aus einem Rechteck aus begehbaren Holzschlengeln und war eine viel kommentierte Notlésung fur diese einmalige Regatta 1936. Aufbewahrt wurden darin Bluindel und Fldfe aus schwimmenden Holzpféhlen, heran transportiert ber die Oberelbe; Rammpfdhle auf denen halb Hamburg steht und auf denen die gesamten Hafenanlagen im sandigen Flussgrund errichtet werden mussten. 43 Der deutschen Einladung folgten prominente Segler aus USA, England und Dadnemark. Am Start waren aus dieser erlesenen Schar fuinf A-Boote und ftinf Marbleheads dieser neu eingefuihrten internationalen Klasse. Die Gufserst schwierigen Transportprobleme mit Schiff und Eisenbahn- ohne Privatautos- muss man sich vor Augen fuhren. Von den Zahlen her war deshalb_ ein sehr:entspanntes Segeln im Sinne des ausrichtenden Vereins, der Segler Vereinigung Altona Oevelgdnne, unbedingt gegeben. Bill Bithell ist 26 Jahre alt, als er in Hamburg mit seinem A-Boot »Blue Chip“ (US203) antritt, mit dem er zuvor in Gosport die gegen englische Elite gesegelt hat. Links neben ihm sein Maat fir diese Regatta, erfahrene der John Black: Der kennt sich sowohl schon lange in der A-Klasse aber auch aufstrebenden,wesentlich hervorragend aus. Die beiden G-4 deutschen A-Boote »Niederelbe“ und ,Germania” benutzten als eizige eine Windfahnensteuerung nach dem Vorbild von Sam Berge.Nur steht zu beflirchten, dass der Abwind aus dem Grofssegel die richtige Ejinstellung deutlich erschwert hat. In Hamburg gab es neben den siegreichen englischen Promis Daniels »Fuselier” und und Holden- mit ,Naiad“ das 44 kleineren in der schnell Marblehead-Klasse amerikanische Spitzenduo John Black und Bill Bithell, die als Skipper und Maat die M-Klasse unangefochten beherrschten. Mit dem A-Boot ,,Blue Chip” US-203 hatten sie aber gegen die englische Ubermacht klar das Nachsehen. Dabei war die langjahrige Erfahrung von Black und Bithell in der A-Klasse doch am grd&ten. Das amerikanische A-Boot ,,Blue Chip” war vielleicht fast ebenburtig, ihr Marblehead ,,Cheerio“ deutlich ausgereifter als die Konkurrenz und in der Segelgarderobe einfach eine Klasse fiir sich. Die Crews der zwei deutschen ABoote aus Hamburg ,, Niederelbe“ und ,,Germania“ hatten im Vergleich zu den Gasten viel zu wenig Segel- Erfahrung mit ihren Booten. Das neu eingeftihrte Windruder- Ubernommen von Sam Berge- machte ihnen womdglich auch noch falsche Hoffnungen, es gestaltete die Aufgabe bei flauem Wind aber nicht eben leichter. Zeichnungen der Profile von zwei Turner Entwuirfen:“Naiad“(1935) und ,,Moonraker“(50er) Ein Phdanomen: Die Vorliebe fiir Spitzgatter.Wie entwickelte sich der Spitzgatter bei den Modelljachten der A-Klasse weiter? Warum kam sein Ende nach etwa 30 Jahren? 1.Admiral Turner entwickelte seinen Typ ( z. B.Naiad aus den 30ern) auch in den 50ern nach dem Krieg weiter und ein gluhender Anhanger seiner Entwurfe wurde Peter West, der vier . lange und schwere Spitzgatt-Boote mit dem Namen_ ,Moonraker“ baute und sehr erfolgreich segelte: West gewann mit ,Moonraker |“ die Nationals 1955; mit “Moonraker I“ 1959. Sein Markenzeichen wurde das lange scharfe Vorschiff, das kontrastierte mit dem kirzeren Heck: Das wurde zum Nachteil erst bei Rumpfgeschwindigkeit; Heck sog sich dann_ das in der Welle leichter fest. 2. Ahnlich, und ebenfalls schwarz gemalt, war ,Aragorn“ aus Birkenhead, mit dem Walter Jones die Uberraschung der Meisterschaft 1967 in Fleetwood zu Wege brachte. Dabei war es ein alter Entwurf von Nash, vollig Uberarbeitet von Priest- aber die moderaten 45 Windverhaltnisse-und eine groRe Segelflache- gaben ihm, dem vielleicht erfahrensten Segler dieses Feldes, eine tolle Chance, die er nutzte: Unter diesen Verhdltnissen war der gradlinige Wasserablauf am kirzeren Heck sogar ein Vorteil. 3. Lange bewunderten wir auf Papier einen amerikanischen Entwurf aus dem Windrevier am Pazifik im stidlichen Californien. Von dort hatten wir eine Zeichnung von Victor Ward gekauft , dessen Konstruktion ,,Osi“ uns wegen der 58 Zoll Wasserlinie und der eleganten Unterwasserform begeisterte. Die Bauzeichnungen waren meisterlich. Aber gebaut und gesegelt wurde das erfolgreiche Boot in Europa leider nie. Die Ereignisse wiesen uns in eine andere Richtung bei den Schwergewichten, eine Entwicklung, die der Designer John Lewis nach unserem Erfolg mit ,Moonshine“ 1965 noch deutlicher vorantrieb. Wir bestarkten ihn, folgten seinem Weg. Davon soll spater noch die Rede sein. Erste deutsche Schritte nach England zum YM-Cup kamen als Privatinitiative ab 1927 vereinzelt zustande, standen jedoch unter keinen giinstigen Vorrausetzungen. Es gab bereits das eine oder andere A-Boot in Berlin, aber es fehlte schon beim Trimmen an interner Konkurrenz im Vorbereitung internationalen an eigenen Verein. Boot, Segeln Vergleich zu Niemand und der bestehen. ahnte im Crewarbeit Die Gefahr Entferntesten, zu welche vollbringen bestand, ware, v6ollig penible um im demoralisiert zuruckzukehren und Segelkameraden von dhnlichen Versuchen zundachst ganz abzuraten. Dipl. Ing. Martens zeichnete diesen (einzigen, mir bekannten deutschen) A-Boot Entwurf, der englischen Vorbildern wahrlich stark Ghnelt. Wer auch immer damit antrat, jede deutsche Crew aus Berlin oder Hamburg war in den 1930ern auf Teichen wie Gosport oder Fleetwood an Segelerfahrung einfach meilenweit im 46 Hintertreffen.So machten langjahrige Vorerfahrungen zugleich jeden englischen Vertreter, der nach scharfer Konkurrenz am Ende der Britischen Meisterschaft ausgewGhit wurde, gegen jeden antretenden AusilGnder zum hohen Favoriten im anschliefenden Yachting -Monthly-Cup. K-406 ist ,,Aktis“ v. A. Turner. Fleetwood 1935 bei den Britischen Meisterschaften.Wer genau hinsieht,merkt ,dass es sich noch um die Einsegelphase vor dem Start des YM-Cups handeln kénnte.Kein Boot hat hier freien Wind, also ist das Ergebnis wenig aufschlussreich-wenn nicht sogar irrefuihrend. In Fleetwood entstand bei der Umgestaltung der Uferzone und zur Verbesserung der Urlaubsqualitdt,ebenso wie an vielen englischen Badeorten zu der Zeit , direkt hinter der Uferpromenade ein ktinstliches Gewdsser, ca.75 cm tief, befestigt an den Seiten mit Beton, 47 gefullt mit Seewasser. Diese einmalige Lage und die Lange von 250 Meter machten diesen Modellsegelteich zum bekanntesten in England. Die hier gezeigte sommerliche Leichtwind- Wetterlage ist keineswegs typisch fuir diesen Ort an der Irischen See, aber man muss auch darauf vorbereitet sein, wenn diese Periode etwa eine Woche anhalt : So kam es auch 1965. EARL BEATTY OPENS FLEETWOOD MODEL YACHT LAKE S, Admiral! Earl Beatty starting a race for A-Class Models. J. Left to right: J. Alexander (owner of “White Heather”), Eart Beatty. Marsden (Commodore Fleetwood MLY.C.), and Chairman of Fleetwood U.D.C. Bei der Eréffnung 1932 48 Segeln in Fleetwood bei sommerlichen Bedingungen verlangt einige Flexibilitat ,wenn der Seewind im Verlaufe des Tages Richtung und Starke dndert,vielleicht auch weil das Watt vor der Promenade meilenweit trocken fallt und in der Sonne schmort.Die taktischen Situationen zwischen den Kontrahenden dndern sich bei jedem neuen Gang.Aufgenommen wurde das Beispiel in Fleetwood 1939. Beide Boote haben erst ca. ein Drittel des raumen Ganges bewaltigt, als sie schon auf das Leeufer zulaufen und die Crew eine saubere Kurs- und Trimmdnderung von mindestens 30 Grad bewerkstelligen muss,um das Ziel zu erreichen. Wiirden beide auch ein Windruder benutzen, gdbe das eine weitere Korrektur ,neben der Verdnderung der Schot von Grofs und Spinnaker: Woméglich muss auch der Achterholer des Spinnakerbaums gefiert weden. Das alles braucht einen kuhlen Kopf nach dem Aufstoppen: Das Leeboot hat dabei die Chance ,das Manover als erstes zu beginnen und zu beenden. Ein Schiedsrichter wird die Aktion der beiden Konkurrenten genau beobachten, denn ein Foul ist hier nicht ausgeschlossen: Sollte etwa ein unerlaubt Boot das andere beim Absegeln vom Ufer bertihren. Eine Disqualifikation wdre die Folge-angezeigt mit der schwarzen Flagge. Carl Alberg- ein Schwede in den USA hilft den Amerikanern, den Cup aus Europa zu entfiihren. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde offenbar, wie sich die Gewichte im Sport verschoben hatten: Die USA stiegen zur Sportnation Nr.: 1 auf. Auch im Modellsegeln war dort die Entwicklung weiter gegangen, wie man z. B. an den Windrudern sehen konnte. Das Ergebnis zeigte sich bei der ersten internationalen Begegnung Snlgasiich des ,,All Nations Cup“ 1948 in Gosport: Pidgeon und Bithell gewannen vor Kai Ipsen aus Danemark mit ,Revanche". Das von einer hohen, sensiblen Windfahne gesteuerte Ruder machte bei gut getrimmten Booten einen entscheidenden Unterschied, weniger die Revierkenntnis: Denn Kai Ipsen verfligte noch Uber keinerleit Erfahrung am begehbaren Modellsegelteich. 49 Die Profile von ,,Ranger“ US-464 und ,,Revanche“ D-22 weisen den grdfstmoglichen Unterschied in ihrer Lateralflache aus. Es scheint, dasss die Englander sich 1948 ihrer Rolle als Gastgeber noch nicht so sicher waren. Den ,,Yachting Monthly Cup“ schrieben sie erst 1949 in Fleetwood erneut aus. Auch unter den dortigen Verhdaltnissen obsiegte ,,Ranger“. Die Amis waren endlich — nach vielen Versuchen — am Ziel ihrer Wunsche und entfiihrten den begehrten Pokal erstmals Uber den grofgen Teich! Wie ihn aber von dort ins Mutterland zuriick zuruckholen? Ronnie Jurd und Walter Jones versuchten es mit ,,Shalimar“, K-600- jedoch waren sie in Boston chancenlos gegen ,,Ainslie“, eine nur leicht veranderte Version von ,,Ranger“. Der einzige Entwurf einer Rennjacht von C. Alberg ist der sog. US One Design (in blau). Knapp unterhalb der Grdfge eines 6m R-Bootes wurde eine Serie von 30 Booten an der Ostktiste aufgelegt.Das rote Profil zeigt ,,Ranger”. Der Auftrag von Pidgeon, ihm ein erfolgreiches A-Boot zu entwerfen, muss fur Carl Alberg wohl der ungewohnlichste seines Lebens gewesen sein: Mit Regattabooten hatte er kaum Erfahrung, (so wenig wie das Buro von John Alden, wo er ,gelernt“ hatte) und fur Modelljachten mit extra kleinem Lateralplan schon gar nicht. Albergs Ubrige Auftraggeber im aufkommenden GfkK-Zeitalter wollten kleine, geraumige Kreuzerjachten entwerfen lassen, die sich in Serie verrkaufen liefSen. Aber am Ende, als_ ,,Ranger“ segelte, erwies sich das Manko sogar als Vorteil: Als sich namlich herausstellte, dass die Balance von dem Boot nicht stimmte, reduzierte man den Kiel radikal auf ein Minimum — ein Bleikiel ohne jedes Totholdz. 50 Das blieb bei A-Booten lange eine Ausnahme, auch ohne Nachahmer in Betreiben der Crew wurde also der Kiel von Alberg umgebaut; aber Europa. Auf bis heute machen die Beteiligten ein Geheimnis daraus. Bei einer Replik des Bootes, 50 Jahre spater, benutzt Bithell eine aus Messing gearbeitete Hohl-Form, in die das Blei gegossen wurde. Eine clevere Losung, die allen Beschadigungen vorbeugt! Mit Dick Priest bekam Modellsegeln in den 50ern aus meiner Sicht einen deutlich intellektuellen Ansatz: Als Konstrukteur ging er schon frih an die Offentlichkeit und legte die Prinzipien seiner Boote dar.Er war ein Segler, der viele Talente in sich vereinte; in diesem Sinne nur mit einer englischen Ikone, Bill Daniels, vergleichbar. Als gelernter Schiffsingenieur war er ein brillianter Analytiker, Konstrukteur und Autor.Die Taktik am Modellsegelteich lernte er von seinem Skipper Jimmy Edwards. Priest zeichnete eine ganze Reihe von Jachten der Marbleheadklasse, von Tenratern und der A-Klasse, die seine gesammelten Erfahrungen spiegeln,die er beim Segeln gegen die einschlagigen englischen Konner seiner Zeit sammelte.Seinen ersten Erfolg in der A-Klasse hatte er 1952 mit seinem Entwurf ,,Yeoman“ (K-637) ,ein Boot mit dem er die Nationals in Gosport gewann. Allerdings den YM-Cup in dem Jahr aber holte gegen ihn und andere Europder ,,Whiff“ aus den USA. “Yeoman's “ Sieg gehdrt in die Zeit seiner Partnerschaft mit Vorbild und Berater Jimmy Edwards. Priest's ruhmreicher Durchbruch zu Meisterehren in der A-Klasse kam durch die befruchtende Arbeit mit-dem Designer John Lewis: Er adaptierte den radikalen Spantenriss des erfogreichen Tenraters ,,Sirocco“ gleichen, bei A-Booten damals von Lewis und zeichnete danach ein A-Boot mit der gangigen Wasserlinie von 54 Zoll, gleich 137cm. Gebaut wurde das Boot von Arthur Levison, dem Bildhauer, aus senkrechten Schichten Mahagoni. Dank guter Ausriistung und excellenter Vorbereitung deklassierte Priest seine Konkurrenten in zwei windigen englischen Meisterschaften 1957 und 1961 und hatte anschliefsend leichtes Spiel mit den europdischen Herausforderern im YM-Cup. Die dritte Britische Meisterschaft war 1963 schon in Griffweite, als Bob Burton mit einem Schwesterschiff von ,,Highlander“ , namens ,,Reward“, Priest jeweils auf den letzten Metern vor der Zielleinie die Punkte.zum erhofften 3. Sieg abnahm. 51 ndtigen Der Gedanke an ,,Highlander” kam, wie Priest selbst schrieb, ,aus heiterem Himmel”. Dieser Sprung passt indes nicht so recht in seine eher systematische Entwicklungsreihe seit »Yeoman” und dessen Abwandliungen , die er nach Volksstammen von_ ,Saxon“ bis »Clansman“ benannte. Quantensprung “Highlander “ war ein etwas grdfserer nahezu ein : Der Hauptspant war sehr harmonisch und rund, die Spanten nach oben eingezogen wie bei einem hubschen Weinglas. Die Trennung ausgepragter. Schritt- von Rumpf und Kiel ist Kein anderes A-Boot aus der Zeit ging diesen Weg- von R-Jachten ganz zu schweigen-aber das ungewohnliche Vorbild, das Priest zu denken gab, war der Tenrater »sirocco” von John Lewis, der die gleiche Wasserlinie und Spantform aufwies. Dieser Versuch einer Ubertragung auf die A-Klasse gab Priest vollkommen recht. Die Leistung an der Kreuz, auch im Seegang, war sehr gut und vor dem Wind unter Spinnaker surfte das Boot fast wie auf Schienen. Konstrukteuren Dies Kriterium der verdiente balance in der wegen Zukunft erst deutlich spdter mehr bei anderen Beachtung. Neuer Anlauf: Deutsche Gehversuche auf steinigem Weg zahlen sich am Ende aus. Wahrend der zweite Weltkrieg fast alle Regionen und den Sport zurtickwarf,entwickelte sich in den USA der Modellsegelsport als Freizeitaktivitat jedoch weiter. Als man sich dann auf internationalen Regattaplatzen wiedersah,wurde das Resultat sichtbar: Die amerikanische Dominanz. Die Amis hatten das selbstwendende Windruder ausgetiftelt und verbreitet.Die ersten Nachkriegsversuche in den spaten 50ern, sich dem Mutterland des Modellsegelns erneut vorsichtig zu nahern, brachten den Hamburger M-Boot Seglern Carl Burghardt und Emil Lohmann viel Respekt ein im Verein, aber auch Unglaubigkeit ob des driiben von ihnen beobachteten hohen Niveaus. Etwas anders beurteilte das Fritz Jacobsen dann 1960: Er hatte mit einer englischen Konstruktion von Priest (Typ ,,Saxon“) die erste deutsche DM 1959 in Berlin gewonnen und fihlte sich mit diesem Boot partiell gerUstet und wohl auch mental herausgefordert. Aber auch ihm erging es nicht gut dabei: A-G 101 war von ihren Segeln, dem Rigg und der Ausriistung ersten Ausweg erwarb Jacobsen her in Gosport keineswegs konkurrenzfahig. Als ein bekanntes, englisches Top-Boot, K-716 ,,Jill“ |“ , eine Daniels Konstruktion, gebaut 1954 von Arthur Levison, dem Bildhauer und Gallionsfiguren- Schnitzer. Dies Boot 6ffnete uns in Deutschland die Augen: Seine Detaill6sungen wurden kopiert und so zum Standard in der A-Klasse .Die Beschlage und das Windruder von Corby gehorten dazu, gefertigt in V2A, prazise wie von einem Uhrmacher. 52 K-716 von 1954 wiegt 62 Ibs, trdgt 1579 #Zoll Segel, WL. 55 Zoll, LUA. 77.9 Zoll. Zum Bild oben: Heute ist ,Jill“ eine kone aus der Geschichte des Modellsegelns und der AKlasse. Das Boot-und etliche Schwestern-sie wurden durch Arthur Levison in ihrer Klasse Typ- bildend in England und sie haben den Weg bereitet fir A-Boote mit noch Verdrangung. Dies wohl grdfserer eher zum Leidwesen von Bill Daniels, der sich nur ungern darauf einlief, weil er den Erfolg bezweifelte. Aber ein Schlussel fur diese anhaltende WeiterEntwicklung- die er noch nicht kommen sah- waren schnellere Segel aus neuartigen Isolierstoffen, Terylene und Linapol. Danach nutzten Ddnen und Deutsche Dacron-Tuche. Merkwurdig: Der erste Anblick von ,,Jill“ tauschte und enttauschte mich damals; spater Uberzeugte das Boot auch mich durch seine guten Kreuzeigenschaften : Denn auferlich verglich ich ,,Jill“ |“ noch mit Hochsee-Jachten englischer Herkunft, z.B. mit dem eleganten Profil der ,,Ortac”, einem Kutter von Laurent Giles, den der Verein Seefahrt nach Hamburg holte- dem RORC-Champion von 1950. Zudem entwarf John Illingworth fiir diese Jacht ein modernisiertes Alurigg, er verkUrzte den Gro&baum erheblich ( er sparte damit vermessene Segelflache ein) und zeichnete eine Anzahl groBerer Kluver , Uberlappender Vorsegel fur das optimierte Kutterrigg: Ein herrlicher Anblick am Wind! Hatte ich auch die Linien des Unterwasserschiffes gekannt, ware mein Urteil ein anderes gewesen. Heute beim Vergleich der Profile von ,,Ortac” und Jill” (siehe unten) wird einsichtig, wie gut Daniels sein Schwergewicht im Unterwasserschiff optimiert hat, hervorragend an der Kreuz, sowohl in der Welle wie Wasser.Seetichtigkeit,wichtig im bei glatten der Arbeit an Deck, wie Wohnlichkeit unter Deck, paarten sich bei der ,Ortac“. Das Schiff segelte schnell aber nass, Ortac" (Vitstambirg) ZL, Giles (ein Argument, das bei Modelljachten halt nicht zahlt), ,Dorade”. 53 aber es war ein Schritt weg von Di biok —— |a Beide, der Seekreuzer und die Modelljacht reprdsentieren wie wenige andere Schiffe den typischen Stil ihrer Zeit. Nach dem Verkauf von ,,Jill“ (A-K 716) suchte Arthur Levison Hilfe bei dem Designer Alan Hill,um mit inm eine Fortentwicklung des Gedankenguts des verstorbenen Bill Daniels zu bewerkstelligen. Hill kannte die derzeitige Entwicklung im Jachtbau bei Kreuzerjachten gut, das war sein Fach .Was_ dann dabei herauskam war eher eine robuste statt einer eleganteren Version von ,,Jill.“ Der Bug und das Vorschiff wirkten insgesamt volliger. Das Boot schien also fiir offenes Wasser vielleicht noch besser geeignet. Darum kaufte Fritz Jacobsen das Boot postwendend, um die Hamburger Flotte zu starken (A-G 105-,,Hamburg“.) 54 A -G 125 Hamburg ‘ Arthur L. beschloss aber, den Weg Erfahrungen mit den Linien von von Hill umzudrehen und baute auf Grund seiner Daniels ein etwas leichteres Boot mit eleganteren Uberhangen: “Philippa”, (A K -789) .Das Boot kam gut an; es gewann unter Arthur Levison sogar die englische Meisterschaft 1968. ,,Philippa“ bekam prompt ein Schwesterschiff namens ,,Hamburg” fiir Fritz Jacobsen (A G- 125). In seinem Hamburger Verein intensivierte sich mit jedem neuen Boot die Konkurrenz. Das sollte irgendwann Fruchte tragen.Das Boot siiegte in der DM unter R.Pollahn. A-G-125 ist also eine Schwester von“ Jill III“ , die Arthur »Philippa“ genannt hatte. = ae 4 »Philippa“ segelt heute wieder mit einem Windruder, nachdem das Boot von Graham Reeves vollstandig renoviert wurde- ausgemustert unter den neuen RC Bedingungen. 55 Zum Vergleich: Wie grofs ist die Verdnderung in der Auffassung des Konstrukteurs Bill Daniels im Verlaufe seines Lebens? Die Profile aus den Anfdngen, z.B. von “Crusader ( v.1922) lege ich unter ,Jill“ (1954)- eine Spanne von ca. 30 Jahren. Bill bleibt noch immer bei seinem Leisten- die Verdnderung ist gering: Den Speck der zusatzlichen Verdrangung verteilt er sehr geschickt tiber das ganze Boot. Die damit einhergehende, geringere Segelfldche fiel nicht-wie von manchem erwartet- negativ ins Gewicht.Ein neues Segelmaterial(Terylene) half dabei. Die Wikinger landen. Schon wahrend des permanenten A-Boot Duells England — USA - kommen die Uberraschungssieger aus Skandinavien, und zwar mehrfach: Sam Berge 1935,1937, 2.er°36. Auf Norwegen folgt dann in den 50ern noch Danemark mit zwei Siegen von Kai Ipsen. Was motiviert den Danen Kai Ipsen dazu und wo findet er seinen Lehrmeister? Die Herausforderung in England hatte sein norwegischer Konkurrent Sam Berge 1935 bravourés gemeistert-zur Uberraschung aller. Kais Landsmann Tottrup war dagegen friih mit ,,Dana“ in den ersten Jahren des YM-Cups ab 1922 gescheitert. Kai wollte diese Scharte auswetzen- wenn moglich. Kai bewunderte von Laurin den radikalen schwedischen Ser ,,Gullmar“ und den 6er ,,Sinkadus“, der sogar die amerikanische ,Goose“ schlagen konnte. Kai zeichnete 1947 sein A-Boot” ,Revanche”. Diese Namensgebung ist Programm. Auferlich ist der Eindruck schon frappierend, die Ahnlichkeit mit Sam Berge’s Entwirfen ergibt sich nicht nur aus dem durchgehenden Kiel. Auf den setzte schon Sam Berge. Aber Kai's Modelljacht bekam daneben eine grdfere Breite als jeder 6er. Eine R-Jacht ist deutlich schmaler an Deck, wie auch jene 8er und 12er , die doch ihrer Besatzung den nétigen Wohnraum unter Deck bieten sollten fur die Touren von einem Regattaplatz zum nachsten. Dank grdferer Breite bekam die Modelljacht eine bessere Stabilitat. Entsprechend flacher konnte ausfallen und sogar der Kiel wirksamer werden. Gut fiir die das vorrangige Ziel! 56 der Rumpf erhofften Kreuzeigenschaften: Wo verbirgt sich das Erbe von Sam Berge? Der Spantriss von ,,Revanche” (griin) neben ,,Prince Charming“ (rot ) verrdat Kais Bemuhen , ein besser kreuzendes Boot zu zeichnen, das im Heck einen deutlich flacheren Ablauf garantiert. Vorbild ist die 5 —Meter- R-Jacht ,,Gullmar” von Laurin, nicht sonderlich huibsch in skandinavischen Augen, aber erfolgreich. Kai Ipsen studierte augerdem an dem schwedischen Projekt des Sechsers ,,Sinkadus“ (S-52 ,,cinque deux“) Laurins penible Planung,von der Namensgebung bis zur Wahl der Segelnummer: Details, die den Perfektionisten Kai Ipsen ebenfalls auszeichneten. lpsen war sich des Erfolgs seines Projekts erst sicher, als sich ,Revanche“ auf der Wettfahrt 1947 in Oslo Sam Berges ,, Prince Charming II “ bei Leichtwetter ebenburtig und bei mehr Wind Uberlegen zeigte. »Revanche |“ (D-22) und Revanche II“ (D-44)unterscheiden sich nur geringftigig. Rumpf ,Holzmast, Rigg und Beschldge/Windruder sind meisterhaft gebaut. A-D-44 soll in die Modellsammlung des bekannten Schiffahrtsmuseums in Troense bei Svendborg aufgenommen werden. Wodurch Kai mit ,,Revanche“ seine Konkurrenten verbluffte ,war die Perfektion, mit der er seinen Kreuzeigenschaften Bootstyp optisch zu einer Augenweide gemacht und die optimiert hatte. Das geschah zu einer Zeit, als kaum noch ein anderer Modelljacht-Konstrukteur an eine solche Weiterentwicklung zur hdchsten Reife glauben mochte. 57 Hinweis: Ohne danischen Einfluss auf seine Modellsegel-Karriere ist die abweichende, individuelle Arbeits- und Denkweise von Roger Stollery nicht erklarbar. Als junger Mann war Roger Maat von Kai Ipsen und Emil Johnson auf englischen Meisterschaften.Namentlich Kais Minimalismus, seine Reduktion der ndotigen Beschlage und Leinen auf dem glatten Deck und ~“REVANCHE II” versus “HIGHLANDER” de ke Junior Roger Stollery als Maat von “Mesteren“ Emil Johnson mit ,,Dan“. im Rigg hinterlie& einen nachhaltigen Eindruck. Auch Roger suchte spdter die perfekte Minimallosung fur jedes Detail. G.f.K.verlangte spater dann auch eine neue,planvolle Herangehensweise bei der Verbindung von Rumpf- und Decksschalen. Roger Uberahm sogar dankend den danischen Handgriff auf dem Deck ihrer A-Boote. Danke Kai: Die obigen Bilder sind ein gultiger Gegenbeweis zu der landldufigen Meinung, “Highlander” “Revanche II” wdre bei stiirmischem Winden in Fleetwood nicht zu schlagen gewesen. tut es hier. 58 Welche unterschiedlichen Bedingungen gelten beim Segeln einer R-Jacht im Gegensatz zum A-Boot? ; Der Sechser hat ein zwar tiefes, enges, aber offenes Cockpit, unvermeidlichen in dem die Spritzwasser Crew dem ausgesetzt ist,das von Zeit zu Zeit ausgepumt werden muss.Bei der Modelljacht geht schon deutlich fruher Wasser Uber Deck und Luken,aber meist ohne Probleme. Die Crew des Sechsers von 5 Leuten ist aufeinander bei allen Mandévern angewiesen: Man braucht deren Muskelkraft und alle Augen. Den Trimm und den Kurs kann * und [ie muss man jederzeit anpassen und oses "apes ee Se eer verdndern.Die Modelljacht segelt einen vorbedachten Kurs, der Trimm kann nicht verandert werden, es sei denn, das Boot berthrt das Ufer vor dem Durchqueren der Ziellinie. Nur dann kénnen Skipper oder Maat den Segel -und den Rudertrimm dndern.Der Sechser ist vergleichsweise schmal-1,89 Meter bei 11 Meter Lange.Das Seitendeck soll Wasser abhalten, macht die Arbeit in den Cockpits aber beschwerlich. Ausreiten ist verboten; nur der Steuermann darf auf dem Deck sitzend steuern.Er hat also allein den besseren Uberblick. later Fin" jy ebcond Suit Feetwoad 59 ae Die Segelbedingungen erscheinen auf den ersten Blick ganz ahnlich, doch stellen sie die Mannschaft der Jacht und der Modelljacht vor ganz unterschiedliche Aufgaben bei der Dreiecksregatta und dem Matchrace auf dem Segelteich. Dort ist sogar geregelt ,wer die die Wahl des Startplatzes hat. 60 Die Vermessung eines A-Bootes am Beispiel von ,,Revanche“: | ] LGA = 1795em fn Yr Ne | Ftc) - OBL Qe Y 4 | - WL | | 1 > > LWL 134cm LuA 1795cm Tiefgang vi ; LWL 134 cm ; Breite 41cm ,Breite WL Ycm 1 29.9cm. Freibord 12% cm ; ieiballast| 14,7 kg Segel 10353 ur’, Gewicht 22.6 kg fae = 593 iTS * “72-70 aa “ITF 4 IIn Fleetwood war der Tank mit Seewasser, in Birkenhead mit Frischwasser gefullt. In der Berechnug der Verdrdngung fand das seine Berticksichtigung 61 S 4 B haitere WL ¢ L = Viert A aBwe TS… —— ; Beg _/ = / ae ZW | A 1″ Viertel Arete. ma L- Tg Mittsdifs//nie Die flir die Formel relevanten Mae werden nicht von der Zeichnung sondern am Boot * ermittelt und gemessen.Dazu bedarf es des Tanks, in dem das Boot schwimmt. In Hamburg wird die SVAOe Schrittmacher innerhalb der erstarkenden A-Klasse. Das Vorgehen von Fritz Jacobsen-( nach seiner Pleite in Gosport 1960) hatte fiir die A-Klasse in Deutschland Vorbildcharakter. Er erwarb in England neue Boote,andere lief er im Auftrag in Hamburg und England bauen oder ganz neue Risse,z.B. durch John Lewis, entwerfen. Die neu erworbenen Boote setzten Mafstabe. Ein Umdenken auch in anderen Norddeutschen Vereinen war die Folge. Jacobsens Elan riss zwangslaufig andere in der SVAOe mit: Insbesondere interessierte Segler,die er mit Charterbooten betraute. Jungen Leuten, die sich dabei als Maaten bewahrten,konnte man bei der nachsten Regatta vielleicht schon ein Boot als Skipper anvertrauen.Der nachste fihren.Die Gebrider Pollahn mdgliche Schritt versuchten sich so in konnte sie dann ihrer nach Studentenzeit mit England einem Charterboot ( z. B. A-G 101” Kénigin“ ) in Fleetwood, ein gewagter Schritt,sehr geeignet zum Verheben,also mit unbekannten Folgen. Dort versuchten sich gleichzeitig auch die Gebr. Kretschmann aus Berlin (1961). Diese Konkurrenz belebte, und so stieg das deutsche Niveau rasch an.Schon 1960 starteten die ersten danischen Modellsegler (Brandt, lpsen,Johnson) in Hamburg und verwiesen mit ihren ,in langen Jahren erworbenen seglerischen Starken, noch dazu auf andersartige, auffallend elegante Erfahrungen und vollig unabhangigen A-Boote, die ihren eigenen skandinavischen Gedankengangen entsprachen. Dadurch taten sich fiir uns JUngere noch ganz andere,tiberzeugende Vorbilder auf. 62 Nach drei harten Jahren der ,,Lehrzeit“ mit unterschiedlichen Charterbooten, traumten die Gebr. Pollahn von einem eigenen, ,,idealen A-Boot”. Genug Ideen und Vorstellungen dazu waren schon gesammelt, und ein amerikanischer Bauplan lag bereit. Aber die Fensterbank im Jugendzimmer als einziger Bauplatz konnte fur ein solches Projekt unmdglich hinreichen.Den Bau von ,,Osi“ fiir uns zu Ubernehmen, lehnte Ken Jones in Birkenhead damals ab- heute geurteilt -zu unserem Glick :Denn er wollte fiir sich die neue LewisKonstruktion ,,Vital Spark” auf Stapel legen,auch Boot ,,Moonshine“ zum Kauf an. Das gab deshalb bot er uns sein erfolgreiches A- unserem Traum eine ganz neue ,reale Gestalt, denn dies Boot hatte sich bewiesen und stand nicht nur auf dem Papier. ~~ See evs en Osi was never built ken J1ae9 ofr Moon stive”. Osi” blieb das amerikanische Traumboot von Ward, das im Europa nie gebaut wurde,obwohl es fur offenes Wasser gemacht schien. Darunter: Ein Regattastander in den SVAOe Farben; er wehte auf allen eigenen Hamburger A-Booten der Gebr Pollahn. uur paclng od far deandes 63 Mewebive’‘meets, Hrantl$ ? S§aints Das Optimieren von Segeln und Rigg, das Testen der der einzelnen Komponenten verschlang viel Zeit und Geduld, bis wir uns sicher sein konnten ,das Potential des Bootes verbessert zu haben.Noch schienen uns die englischen Segelgréfsen an Erfahrung und Routine uberlegen zu sein. Im Yachting Monthly Cup 1964 in Gosport zeigte sich erstmals gegen Roy Gardner als englischer Meister,dass wir ihm ebenbirtig waren, wdhrend die Regatta aus Zeitmangel beendet wurde. Diesen neuen Schwung nahmen wir mit in die Vorbereitung der Britischen Meisterschaft 1965 in Fleetwood. Der deutsche Sieg von Moonshine riickte erstmals den Designer John Lewis in den Focus. Mit weiteren Auftragen aus Hamburg fur seine eleganten A-Boote machte er sich einen Namen. Er verfolgte dann im steten Austausch mit uns Hamburgern zundchst den Weg zu IGngeren Booten mit mehr Verdraéngung und weniger Segelfldche. be! 7 wtu Ge BH al Fleetwood Hef ofAyala © SHS G ee in 64 3 Lows designs hulle ct Birhepthecd were clobe camperetns cv vier Hambiep Lit. Aan HIAL WR ——L \ S fi “1 = | – AN He = = es to —= Sie mabe ~, Canvy Foe Sous Ow oa a i —— yj_t. {i = Shekhar iain Ne sie ee ee ~ a = In standigem Gedankenaustausch mit John Lewis entwickelte Fritz Jacobsen eine Reihe von A-Booten, die Ken Jones in Birkenhead auf Stapel legte und realisierte. Die verstdrkten in Kurze die Hamburger Meisterschaft Flotte weiter. So kam es, dass Modellsegler der SVAOe aus Hamburg wdhrend mancher Britischen hdufiger unter sich den deutschen Vertreter fiir die Teilnahme am Yachting Monthly Cup ermittelten. 1.oben: ,,Hamburg V“. das Boot bekam eine Schwester; das baute Ken Jones in Birkenhead und segelte unter dem Namen ,,Norwest”. Spdter in Hamburg bei Familie Kullick.Das freistehende Ruder war eine Idee von Jacobsen .Es konnte leicht anstofsen und deshalb in der Praxis leicht Probleme machen. 2. Mitte: Das Lieblingsprojekt von John Lewis: Es ist ein Schwergewicht namens »Phaedra“.Das Boot war fiir John Lewis bei Ken Jones im Bau. Als der Designer nach einer Fusion flr drei Jahre in die USA gehen musste, wurde es ohne den Auftraggeber fertiggestellt,von Fritz Jacobsen ubernommen und in Charter von Werner Meyer und Frau 65 | (SVAOe, Hamburg) in Fleetwood ‘69 gesegelt. Die waren so angetan, dass sie es fest als Eigner ibernahmen. 3. , Westwind” , Eigner Fritz Jacobsen, in dessen Auftrag entworfen und gebaut.Das Boot zeigte sehr gute Eigenschaften an der Kreuz, dagegen eine leichte Schwdche bei raumen Winden unter Spinnaker. Das konnte an den etwas zu kurzen Uberhdngen liegen. — Wahrend ein Projekt von Fritz Jacobsen nach dem anderen Gestalt annahm, sahen sich die Gebr. Pollahn mehrfach im Zugzwang, der stetig wachsenden Konkurrenz im eigenen Verein erfolgreich zu begegnen. Mit der Lewis-Neukonstruktion ,,Together” miflang das (Mae ahnlich ,Moonshine“) : Deutlich verbesserte Kreuzeigenschaften gingen mit Einbufsen vorm Wind einher. Also verordneten sie sich eine Denkpause.Auch der Lewis Neukonstruktion »Vital Spark” (ahnlich ,,Highlander“),vertreten mit zwei Booten aus Birkenhead ,blieb die Krone auf der nachsten Meisterschaft versagt: ,,Classic’ von Peter Mustill wurde ,,nur“ zweiter und enttauscht unternahm er auch keinen neuen Anlauf damit in der Zukunft. = =< »Moby Dick” war das erste A-Boot, bei dem ein Konstrukteur die Wasserlinie auf 60 Zoll vergrofserte. Damit einher ging eine verringerte Segelflache. Es musste sich erweisen, ob die bei ganz leichten Winden noch ausreichen wurde. Die hohe, geforderte Verdrdngung war fur offenes Wasser ein Vorteil. Der gesamte Bleiballast (26kg) ist in der Flosse konzentriert. Die Handhabe eines solchen, langen Bootes verlangte Ubung, besonders die Wenden mit dem Segelstock: Kein Teil des Rumpfes durfte dabei die Uferkante ungewollt beriihren: Ein Dissi droht! Ken Jones und Bill Poole fanden in Fleetwood heraus, es war machbar-auch unter den Augen kritischer Schiedsrichter. Das Boot bewdhrte sich dort .Es segelte unter dem abgebildeten Rennstander, solange das Boot in Birkenhead eingetragen war. 66 Ken Jones setzte sein Vertrauen weiter in John Lewis; der beobachtete interessiert die Richtung ,die mit dem neuen Schwergewicht ,,Moby Dick” eingeschlagen war. Doch das Konzept schien sich besonders in Fleetwood zu bewahren.Wir indes sahen in einem Boot, mit der bisher nicht dagewesenen,nun aber erprobten, maximalen Wasserline von 60 Zoll ein probates Mittel,um an Fritz Jacobsen dranzubleiben. Links:Moby Dick segelt 1971 unter dem Hamburger Stander der SVAOe. Oben: Ken Jones baute diese drei A- Boote, die 1972 das Hamburger Vereinsteam in Gosport bildeten ,welches auf den Britischen Meisterschaften um die ,,Neptune Trophy“ segelte: “Westwind“(Fr.Jacobsen), ,, Peter Pim“(Gebr. Pollahn) und ,,Bumblebee“ (Jacobsen Junioren). 67 . > 2 : : \ = ‘ R ‘LAnenes Senna el Facies . $ TT). – 0% “PETER PIM’ oo AEE AS ae ies a] oC Desigh :Jobn A.Lewis Birmingham LUA: LWL: B: =, a ee Gebaut 1971 von Ken Jones th Birkenhead Gewichite: Gf5 20 (22m 60Z0 / 753m 5 Zo / Om Rigg rsegel Rumpf Bleiballast Gesamt Segelfl. 74530Z0L / 0933 m Gezeg. Stahlingst Ca. 250m 25k9 5kg /F% 114% =124,5hg (79% 35 kg / 78,2 16s. WinctohnanLeyrung John Lewis fotografierte seine Konstruktion ,,Peter Pim“ auf der Alster 1972 wahrend der internationalen Modellregatta . Zeitgleich zur Olympiade – die Segelwettbewerbe dieses Jahres wurden in Kiel -Schilksee ausgesegelt- fand dieser hochkardtig besetzte Wettbewerb in Hamburg statt. 68 Auf welchem Weg gingen die skandinavischen Designer von R-Jachten weiter voran? 6 Meter “May Bo tI” by Tore Holm Loa 38 foot Disp. 4.21 toms Sail aroa 494 sq. ft. Nachtrdglich modernisierter 6er von Tore Holm.Urspriinglich hatte das Boot einen durchgehenden Kiel. Der erfolgreichste amerikanische 6er ,,Goose” wurde nach dem Vorbild neuerer 12er von S&S in gleicher Weise modifiziert- ohne einen durchschlagenden Erfolg. / / FINS? : (TR WA 6uR May BEIV »Fascination“. Ein Neubeginn . Kai lpsen hat mir nie verraten, woher die Idee zu diesem ungewohnlichen A-Boot kam, das so radikal von seinem bisherigen Konzept abwich; war sein kritisches Auge doch geschult an jenen erfolgreichen, gut aussehenden skandinavischen Linien der Meter-Klassen. Jahrelange 69 Uberlegungen (seit 1961 ? ) sein.Erste Skizzen eines kénnen dariiber ins Land gegangen solchen revolutionaren Sharpie-Rumpfes Tiecl’ tauchten in einer Diskussion beim Regattaessen in Oevelgonne auf: Kai wusste aus Erfahrung, dass seine ,Revanche” vor dem Wind eben nicht wie erhofft ins Gleiten kam, sondern lieber ausbrach und ,,in die erfrischt, Sonne schoss“. Lag das nun am breiten Rumpf, der Uber den Kiel stolperte oder an den kurzen Uberhangen? Erwog er auch deshalb eine Abkehr vom Langkieler und eine Verkleinerung des Lateralplanes? Zwei Anregungen dazu lagen ihm schon langer vor: Das amerikanische A-Boot ,,Ranger“ seines »Revanche” 1948, Freundes Bill Bithell,siegreich gegen besa nach frish erfolgter Korrektur(1948) durch den Designer Karl Alberg die kleinstmdgliche Kielflache; die enthielt nur den Bleiballast. 2. Dick Priest zeichnete das Beispiel eines sehr kompakten ,scharfkantigen Ballastkiels fir einen Tenrater.Diesen Vorschlag Ubernahm Kai ohne Zégern, obwohl bei A-Booten(45 lbs.) noch vollig unerprobt. Ubrigens: Ein Langkieler taucht in keiner der erhaltenen Skizzen mehr auf. Es traf sich, dass ein Schwesterschiff der zukiinftigen ,,Fascination“ ,namlich ,,Laila“ von Preben Petersen, aus dem Kopenhagener Club schneller fertig wurde als Kais Prototyp. Vor der englischen Meisterschaft “69 schon in Kopenhagen erprobt,imponierte das Boot in Fleetwood Leistung — mit seiner ausgenommen hochkaratigen allein bei Mannschaft echter durch Flaute. seine Denn bei sturmischen Winden im YM-Cup lobte Arthur Levison:“ Nobody can beat her in this wind“. Fascination D55 70 y inde. Kladn, toon Qerajplare – irk peerd ama a ra ¢ aaa fog tSnun eee val. klédn 15 rum trabogne Biter ath limes mired vasdifast Linn (0 thr Fenotbin }1 fre \ Fart bi i a set fra SiolCe, »Fascination” war auf jedem a Revier ein harter Gegner, hier ein Lauf aus Lee an der Kreuz gegen ,Moby Fleetwood beim zwischen Dick“ Y. M. Ddnemark in Cup = und Deutschland. 71 en Wahrenddessen schlug das Pendel bei Konstrukteuren noch eine Weile zu mehr Deplacement und langeren Wasserlinien aus .Namentlich John Lewis wurde wurde in diese Richtung nun auch durch englische Auftrage von Dennis Lippet (,,kami Sami“1969 ), Roy Gardner (1971 ,,Silhouette“”) und Mike Harris Zeichnungen, wie die wieter gedrangt. Selbst unantastbare von ,,Highlander“ wurden von Bob Burton und seinem belgischen Freund Hoorebeke solcherart modifiziert. John Lewis bediente diesen Konstruktionszweig, den er seit 1965 mit ,,Moby Dick” und dann ,,Peter Pim“ (1970) begonnen hatte verdffentlichte 1966 ,,Kybernetes” mit 60 Zoll Wasserlinie. Weitere und Beispiele sind ,,La Grande Vache“, besonders geeignet fur Fleetwood-Wetter -sowie ,uropa” flr Gosporteine Modifikation von ,,Westwind“ mit 58,5 Zoll WL. fir Roy Gardner. Welchen Einfluss hatte Seelnss Maby DA die beschriebene +_Yeter Pim Entwicklung ; der Schwergewichte Vorsegeldrei ek: tibhe b¢zal J g ai: Lusi 20204 J T orlick Da B Urterlik: 22,6 2 Vermeesen : 1741 1 Zell auf die Segel- risse und deren “a A Proportionen? gi a Segelflachen nehmen ab. Mit weiter verbesserten Segelstoffen —die Entwicklung ging in etwa 20 Jahren von Mako iiber Terylene /Linapol zu Dacron und dann weiter bis hin zu Folien- andert sich nicht nur die Stabilitat der Profile. Die vorhandene,vermessene ausgenutzt.Das gilt auch flr die wachsende Zahl Segelflache der wird einfach effektiver Raumwindsegel .Beim Kirzen ungewohnlich langer Grof&baume bzw. des Unterlieks verbessert sich auch die Balance zwischen Gro®- und Vorsegel. 72 So gewann die Wasserlinienlange an Bedeutung gegegentber der Segelflache- selbst bei wenig Wind. Je weiter die vermessene Segelflache schrumpft, desto grdfser wird der ,Unbezahlte Anteil“ darin: Besonders die erlaubten Rundungen in den Achterlieken. Roger Stollery versucht die extrem geringe Segeltasche um den Mast zu Flache bei ,,Clockwork Orange“ durch die optimieren. Sie wird dann aber mitvermessen. Die Revolution der Leichtgewichte: ,,Revolution” und ,,Clockwork Orange”. Dieser neue Schritt konnte erst probiert werden, als kleinere Segelflachen (siehe Moby Dick, Peter Pim u. a.) sich bewdahrt, d.h. gut geschnittene und profilierte Segel sich immer noch als genigend gro und entsprechend wirksam erwiesen hatten. Noch bedeutend Segelflachen (unter 1400 #Zoll) waren zunachst im Nachteil bei kleinere wechselnden Windverhaltnissen, bei Flaute fraglos um so mehr. Es bedurfte einer wochenlangen ,stabilen Starkwind- Weterlage, typisch eigentlich nur fur Fleetwood, um die neuen Leichtgewichte triumphieren zu lassen. Noch wurden die Schwergewichte dort 1975 in der WM nicht besiegt! Dennoch begrtindeten erst ,,Fascination“, dann ,,Revolution”,“Dambuster“ und »Clockwork Orange“ einen neuen Trend. Chris Dicks mit ,,Revolution” Uberzeugte 1973 dann unter solchen extremen Bedingungen, ein Sieg der insofern Geschichte machte, weil er und sein Maat 99 Prozent aller mdéglichen Punkte ersegelten. Dieser Rekord wird stehen bleiben- fiir alle Zeit. as Revolution Lengde overalt Vandlinielengde Vandliniebredde Dybgang Sejlareal Deplacement 236 143 37,2 317 8125 os cm? 22,13 kg 36 31,1. 9721 » cm? 24,77 kg Was ist neu? Die sich anbahnende RC.-Entwicklung erfasst zwar schon die A-Klasse, keiner ihrer Fursprecher aber ahnte so richtig ,welche gewaltige Umwalzung ihr daraus erwachsen kénnte. Denn noch immer geht es bei allen mit Windrudern gesteuerten Jachten um nichts anderes als maximale Geschwindigkeit auf geraden Kursen- als einziger Waffe im Matchrace gegen den augenblicklichen Gegner. Diese Aufgabe und Zielrichtung andert sich spater unter RC: Namlich durch einen gemeinsamen Start in einer Gruppe –dann natirlich am Wind . Vergleich: SchGrenkreuzer von Harry Becker(Schweden) und A-Boot ,,Revolution”. 74 co \ bm 7 a of inepid’s underbody (below) sth her predecesses A comparson Constellation shows the “brewkrhrough’” nine that igunched 12-Meter oti Die vorgenommene Beschneidung der Lateralflache hat —im Gegensatz zu den R-Jachtenkeine bessere Mandéverierfahigkeit zum Ziel. Es gab nur bei ,,Phaedra“ den Versuch von John Lewis, ein zweites Ruder am Kiel zu installieren; dem war kein Erfolg beschieden.Der Grund war vermutlich zuviel Reibungsverlust bei der Ubertragung auf zwei Ruderflachen. Im Amerika-Pokalrennen der 12er kam es in der Vorstartphase extrem auf schnelle Steuerbewegungen an, um den Gegner zu beherrschen. Der australische Herausforderer versucht die Initiative an sich zu reifsen , indem er auf das Heck des Verteidigers zielt und ihm den Weg Richtung Startlinie verbaut. Zeitpunkt Er bestimmt seiner dann den Ruckkehr zur optimalen Startposition. Die Entwicklung bei den 12 m R-Jachten verlief in ahnlicher Weise; intensiviert aber durch den America’s Cup nahm sie nach kurzer Zeit einen deutlich schnelleren Verlauf, wobei man alles tat, um die nachsten Entwicklungsschritte vor dem Gegner geheim zu halten. Risse wurden daher grundsatzlich nie verdffentlicht. 75 Welche Schritte die Konstrukteure gingen ,lasst sich parallel dazu an der 6 Meter R-Klasse verdeutlichen. Tore Holm 1935 S&S 1970 Im Vergleich zeigen wir hier die Profile der 6 Meter R-Jachten ,,Maybe“ von 1935, gezeichnet von Tore Holm, sowie ,, Toogie V“ von S & S fuir den Australier Bill Barnet, gezeichnet 1970. Das Vorbild fiir ,,Revolution” k6nnte durchaus der leicht gebaute Schdrenkreuzer gewesen sein. Der in Skandinavien entwickelte Scharenkreuzer war eine elegante, leichtere und deswegen auch etwas billigere Alternative zu den schwereren Meter-Jachten. Revolution” :LUA= 232cm; WL. 143cm/56.3 Zoll; Segelflache 1260 Qu.Zoll= 0,8125 Qu.meter. 76 Gewicht = 22,15 kg, Vermessene Diese Spantformen uns deutlich, wie Schdrenkreuzer ( | | gerer machen dem ein gerin- Wasserwiderstand zugute kommt.Das grdfserer Seni Potential liegt aber augenscheinlich jacht, bei die der mit Modell- stdrkeren Winden und hoheren Wellen | | fertig werden “| eine muss, ohne Mannschaft zusGtzlichen last,den als lebenden man_ Bal- verschieben kann. Eingedenk zweier amerikanischer — unterschiedlicher A-Boot Wege Konstrukteure_(bei »Ranger“ Richtung Leichtwind und bei ,,Osi “ Richtung Schwerwetter) wurde den Europdern kaum bewusst,dass man in den USA noch eine dritte Option gleichzeitig verfolgte. Bei ,,Magic“ aus Californien von Frank Stout fallt die kleine Segelflache auf. Leichtgewicht Man darf dahinter sogleich vermuten: ein Baujahr 1955! In Fleetwood beim YM-Cup startete das amerikanische Ehepaar Stout mit diesem Boot: Dick Priest beschreibt es mit den Worten ,brutal effektiv”. Fur einen frihen Augenoffner oder einen Uberraschungssieg blieb der Wind nicht stabil genug. Mein Versuch das Boot zu rekonstruieren folgt hier: Es beruht auf Uberlegungen und Experimenten, die Gus Lassel mit kleinen Kielen angestellt hatte.Man bedenke, dies Boot wurde bereits 1955 in Californien gezeichnet: Damit war es seiner Zeit damals weit voraus. that the Keel was (ess eewrllmanary reel, -/h Hot fue,kotmac on14 J discovered 4m J enougae ~18 5928 GorrO wed pro. LAZ5QL. Zum Vergleich zwischen der Modelljacht ,, Westwind” von John Lewis 1971 fur Fritz Jacobsen und dem Ger ,,Toogie V“ von S&S 1972 fiir den Australier Bill Barnet: Man kénnte glauben, der eine Konstrukteur wisse vom anderen, so nahe sind sie sich in ihren Uberlegungen. Fir eine Modelljacht waren die Uberhdnge von ,,Westwind” erstaunlich kurz-zu kurz im Seegang. Nur der Vergleich zeigt erst,dass der 6er darin noch sparsamer ist.Auch das Trimmruder des ‘ Sechsers war kein Erfolg und wurde beim ndchste Boot von S&S fiir den Australier eliminiert. “Westwind“- vor allem seine excellenten Kreuzeigenschaften- regte die Konkurrenz an, bei John Lewis eine Reihe Ghnlicher Boote zeichnen zu lassen, so z.B. Roy Gardner. Welche radikalen Schritte ging Chris Dicks mit diesem neuen Entwurf ? Das enthillt allein ein genaues Studium des Messbriefes von K-939 . Dicks bleibt bei der gangigen, mittelgrofsen Wasserlinie von 56 Zoll, aber mit gewaltigen Uberhangen, vorn 46 cm, achtern 47cm .So kam er auf eine Lange von 2,32m. Entsprechend verlangerte sich bei Lage die Wasserlinie.Weil er das Deplacement unter die Ubliche Relation driickte,musste er am Ende drastisch auf Segelflache verzichten. Das wiederum half der Stabilitat. WUrde das Boot 25,4 Kilo wiegen, kame es ohne Strafbelastung davon. Der Rumpf ist nicht ungewohnlich schmal in der Wassserlinie, “Fascination” ist breiter, allerdings ist er oben stark eingezogen.Das spart Gewicht. Der Rumpf von ,,Revolution” ist runder und flacher als bei _,,Fascination“, harmonischer und nicht kantig. Der Bleiballast dagegen ist ein wenig eleganter Wulst oder Klotz, im Gegensatz zu der raffinierten Form bei ,,Fascination”. Die Segelflache ist so aufgeteilt: Die Basis des Vorsegeldreiecks ist grdfser, als der Grofbaum lang ist: Basis J= 56cm, Unterliek B=46cm. Segelflache des Vorsegeldreiecks 0,3868 #m, Groksegel 0,4257; Gesamtflache vermessen nur 0,8125 # m. 78 Einen ganz anderen Weg ging Roger Stollery mit seinem radikalen A-Boot ,,Clockwork Orange“. Seine bisherigen Erfahrungen mit der GfK-Bauweise, d. h. mit Uberlappenden Rumpf-bzw. Decksschalen in der M-Klasse und seinem ersten Tenrater (,,Warlord“) legten ihm diese Vorgehensweise nahe. Leider beschwor Roger auch eine unselige Diskussion, weil er sich damit in einer Grauzone bewegte: Wo hort der geforderte Mindestfreibord auf und wo beginnt das Deck? Der Vermesser lie ihn Murren dartber in der A-Klasse war aber jedoch ungeschoren davonkommen: Das nicht zu Uberhdren »Clockwork” fiel minimal aus: Das Mindergewicht wurde Die Segelflache von nach der Formel damals hart bestraft.Roger entschied sich aufSerdem fiir das Doppelliek, d. h. die Segeltasche um den Mast herum wurde als Segelflache auch noch mit angerechnet. »Clockwork” war kUrzer Uber alles, bedeutend leichter als die Norm und damit auferst handlich fir den Skipper. Roger Ubernahm zudem den Griff auf dem Deck von seinen danischen Vorbildern lpsen und Johnson, mit denen er als Maat gesegelt hatte Das geringe Gewicht bot einen Vorteil: Das leichte Boot kam unter Spinnaker fruher als andere A-Boote ins Gleiten,es hob dabei das Vorschiff sogar richtig an. Aber bei flaueren Winden war das Handicap der geringen Segelflache nicht zu Ubersehen. Die neue Konstruktion ,,Lollipop” von 1977 verlief& den eingeschlagenen Weg und entpuppte sich aus Rogers Sicht als die erfolgreichste von seinem Zeichenbrett, quasi das ultimative ABoot der 80er und 90er Jahre. Es hat seine Starke dem Rickgriff auf die guten Eigenschaften von ,,Revolution” zu verdanken- u.a. seine gréReren Uberhadnge. Gab es noch irgendeine Schwache dieses Typs? Ja, bei ganz normalen Bedingungen, zwischen 2 und 3 Windstarken nahm das Schwergewicht ,,Peter Pim“ dem mehrfachen englischen Meister Alex Austin mit »22 4 UW samtliche Punkte ab (2005 in Bootstyp die bei weitem langste Fleetwood).Trotzdem verdankt Austin diesem Latte gewonnener Britischer Meisterschaften.Darin Ubertrifft er die alten Ikonen der Modellsegelei. Zugegeben: Die Zahl seiner Konkurrenten hatte sich seit den 70er Jahren in etwa halbiert. Vor allem fehlten seitdem die auslandischen Spitzensegler vollig, die fruher Fleetwod und Gosport die Ehre gaben. 79 »shunt” ist Rogers erfolgreicher Nachfolger .Die Linien basieren auf ,,Lollipop“, das Vorschiff wirkt eleganter, der [leet weed Hopenkagen Bleiballast Gozporrt verfeinert in Clap ham der Formgebung. Der Auftrag des Holldnders Provoost an John Lewis ,ein maximal grofes A-Boot zu entwerfen, war schon einmalig-ausgerechnet fur ein RC-A-Boot: Es ist dem Segeln auf offenem Wasser geschuldet.Das Gewicht betrdgt knappe 20 Kilo (44 Ibs) bei einer Lange von 2,54 Meter. Die Segelflache von ,,Swordfish“ ist den Verhdltnissen angepasst, sie betragt moderate 0,8238 #Meter, gleich 1277 #Zoll. Im Vergleich dazu zeichne ich die langste, jemals erdachte Jacht der J-Klasse, “Cheveyo“,139 Fufs iber Deck. Ebenso ungewohnlich ist,dass der zuktinftige Eigner die Jacht in England bei Spirit formverleimt in Holz bauen Idsst. Die Zeichnung zeigt das einst verworfene Modell »Ranger 77 B”. Das wurde jetzt aber mit allen heute zur Verfiigung stehenden Mitteln neu optimiert vor dem Bau — ebenso wie zuvor auch schon andere Neubauten der Klasse- von dem Konstrukteur Andre Hoek in Holland. Zur Lage heute. Ist nach 80 Jahren eine volle Drehung in der Entwicklung vollendet? Die Hinwendung zu den Leichtgewichten in der A-Klasse wurde auch durch eine Regelanderung begiinstigt: Superleichte A- Boote wurden in der Segelflache nicht mehr so stark bestraft,wenn sie das Minimalgewicht unterschritten. Damit leistete man zugleich einer Entwicklung Vorschub, die fur die ferngesteuerten A-Boote bedeutsam wurde- ja, ihnen stark die neue Richtung wies. Aber ein Unterschied blieb: Eine geniigend grofe Segelflache erwies sich dort als wichtiger, weil man ohne Spinnaker und andere zusatzliche Raumwindsegel Fahrt machen muss. Der Versuch ,die Segelflache daftir zu optimieren, d. h. sie so grof& wie mdglich zu halten, begrenzte in jedem Fall die Lange der Boote; sie waren dann fiir den Skipper einfacher-d.h. auch ohne Helfer oder Maat- zu handhaben. Es fiel aufS%erdem das Verbot,nach vorn vorstehende Kiele zu nutzen,also kam der moderne Torpedekiel in Mode.Der erlaubte nun eine stromungsginstige ,tiefliegende Konfiguration des Bleiballasts. Beides revolutionierte die A-Klasse. Es geschah dies alles erst, seitdem ab 1990 ein internationales Gremien den Kurs bestimmte, also nachdem die IMYRU ihre Selbstandigkeit aufgegeben hatte. Heute regiert die ISAF Uber die eingegliederte ,,Radio 81 Sailing Division“-leider ohne die geringste Mitwirkung der Eigner. Das Eintreten fiir die Fernsteuerung, besonders durch Steinberger und andere in den Gremien der MYA und IMYRU, sorgte zundchst flr eine Verunsicherung in der A-Klasse, aber daneben auch fir eine klare Positionierung etlicher Segler.Wohin wurde die Reise gehen? Der finanzielle Aufwand musste unweigerlich steigen. Derek Priestley bearbeitete in Fleetwood den Kiel von Levisons eleganter ,,Philippa“ mit der Sage.Das kam fir uns bei »Peter Pim“ nicht in Frage: Gebr. Pollahn formulierten ihre Absage und erklarten, sie zogen es vor ,statt Knépfe einer Fernsteuerung zu bedienen, nun vornehmlich die Pinne ihres Folkebootes in die Hand zu nehmen. Der 12 er ,, USA“ Segelnummer US 61, gezeichnet von Gary Mull war Sparringspartner in der letzten Ausscheidungs- Serie , wurde aber als Verteidiger nicht ausgewahlt. Weil die Kielflache gering ausfiel, wurde vorne ein zusGtzliches Schwert – ,Canard“ auf Franz6sisch- gewahlit. Wie kam es zur Stagnation bei den R-Klassen? Als einer Reihe von modernen Konstruktionen der 7Oer und 80er Jahre ein durchschlagender Erfolg versagt blieb,erhohte Konstrukteuren,die von ihren sich der Druck selbst Erkenntnissen bei bekannten im Americas Cup und erfolgreichen profitierten. Auch Olin Stephens gab sich nachdenklich: Er wiinschte sich nach 30 Jahren seit der Entstehung von ,Goose” deutlicherer Fortschritte erkennen zu kénnen.Weil indes neue Impulse fehlten, 82 sank die Neubautatigkeit stark auch in der kleinsten Klasse, bei den Sechsern. Gary Mull zeichnete US 122 ,,Capriccio” im Jahre 1986- mit Fligelkiel. Schlimmer noch traf es die 12er: Als ,,Denkfabrik” schied die Klasse aus, sie verlor 1986 ihren herausragenden Status beim Americas Cup.Das schwachte die Klasse nachhaltig. Als Herausforderer bewarb sich 1986 auch die italienische ,,Azurra“ gezeichnet von Valicelli. Wirklich entscheidende Verdnderungen haben sich nicht mehr erdffnet.Zum Vergleich steht im Hintergrund das Profil von der Modelljacht ,,Peter Pim” ,gezeichnet von John Lewis 1970. Auch die A-Klasse brauchte eine Atempause.Beim Umschwung halfen ihr zwei Dinge: Bei Mindergewicht des Bootes entfiel die extreme Bestrafung durch Kappung der Segelflache.Daneben wurde das Verbot vorstehender Kiele aufgehoben. Beides sollte die Klasse revolutionieren.GegenUber den R-Klassen schuf man sich damit einen konstruktiven Vorteil; allerdings auf Kosten der Kontinuitat. Altere, schwerere A-Boote gerieten so schneller ins Abseits.Das schwdachte die Felder. Woher kamen die neuen Anregungen? Nachdem die Denkfabrik der 12er ausgefallen war, kamen neue Ideen von den AC-Cuppern , die neuerdings im Wettbewerb um den Americas Cup starteten. Daneben standen im Focus extreme Hochseejachten-eher méchte man sagen Hochseejollen mit Kielflosse-,die auf Langstrecken wegen unerhdérter Geschwindigkeiten besonders auf raumen Kursen von sich reden machten. “Semper fidelis” hie die Jacht von John Spencer ,als sie 1964 getauft wurde und ihre erfolgreiche Karriere begann . Der steife, leichte Rumpf aus Sperrholz war die Voraussetzng fur eine lange Lebensdauer.Spencer zeichnete damals ein Rigg von moderater Hohe bzw. Segelfldche,die auch in den stdndigen Schauerbéen im Passat fiir die Crew beherrschbar blieb.Die Modernisierung der Jacht nach 50 Jahren mit Carbonrigg und Torpedokiel zeitigt heute weitere Erfolge,z.B. im Sidney-Hobart Race. 83 Aus Californien, einem Sch6nwetterrevier,in dem man Tage und Nachte lang im Passat unter Spinnaker ,,bergab“ (downhill) segeln kann, erwuchsen Uber lange Zeitraume Ideen zu Leichtbauten: Die Segler nannten sie respektlos ,,Schlitten“. Regatten nach Acapulco oder Mazatlan in Mexico, extreme Langstrecken Uber den Ozean nach Hawai und Tahiti befeuerten die Fantasie von Seglern und Konstrukteuren.Schon 1964 zeichnete der Amateur John Spencer eine 18 Meter Jacht ,einen Knickspanter aus Sperrholz. Spater bekannt unter dem neuen Namen ,,Ragtime“, gewann diese Jacht alle bedeutenden Rennen am und Uber den Pazifik. 50 Jahre spater rennt sie noch immer ,modernisiert mit Torpedokiel und Carbonrigg. 84 Der nach ,,Ragtime“ bekannteste ,,Schlitten“” Schiff von Bill Lee (67 Fufs). war ,,Merlin“ ,ein noch grdfseres,schlankeres Die ,,Norddeutsche Vermdgen“” war eine Schwester,auf Langstrecken dabei auch in anderen Teilen der Welt. , Santa Cruz“ nannte Lee seine kleine 8,2 Meter lange Jacht, die es den grofen Schlitten gleich tun konnte. Das Profil ist jenem der J24 Klasse von Johnson recht Ghnlich. Was hier ,im Glitsch” scheinbar so entspannt aussieht,war eine sehr feuchte Angelegenheit: Alle Mann hocken selbst bei tropischen Temperaturen lieber im Oelzeug. Der Vergleich der beiden Profile in beiden Sparten (AC-Cupper oben und RA-Boot darunter) erinnert uns an die Ubernahme neuer technischer Méglichkeiten bei einer extrem leichten Bauweise.Dabei gilt es die punktuelle Belastung durch Rigg und Kielaufhdngung sicher aufzufangen.Der AC-Cupper hat durch seine Grdfse und Segelflache nicht nur seine Geschwindigkeit gegentiber dem 12er nahezu verdoppelt.Die Belastung des Rumpfes im Bereich der Wanten,des Mastfufses und des Kielansatzes hat sich vervielfacht und fuhrte in einigen Fallen zu erheblichen Strukturproblemen, auch zum spektakuldren Auseinanderbrechen des Rumpfes in der Mitte und folglich zum Totalverlust. Indessen fuhren unterschiedliche Aufgaben auch zu unterschiedlichen Lédsungen: der AC-Cupper (in rot) will den Formwiderstand Mannschaft eine minimieren Plattform bieten, ,Rigg die und beim schnellen Segeln alle taktischen Méglichkeiten bietet. Der Konstrukteur der Modelljacht (,,Revolution“) versucht sein extrem leichtes Boot so zu optimieren, dass es sich auch Wetterverhdltnissen es unter schweren Wind- und behaupten kann: Dabei sollte seine Segel mdglichst lange tragen, um auf raumen Kursen fruh ins Gleiten zu kommen. 85 s Barn ae gmk Aun below under jopanee. Ownership raceAg He SURUGLNEEE ty e r o h s a ) Shi s wa t ba e i w an at eq cn d an dee tes abreahk peeult GL COUN. _ Die Suche nach neuen Lésungen hat wie hier in der Klasse der Achter auch nach tiber 60 Jahren des Kopfzerbrechens zu keinem Uberzeugenden Durchbruch gefuihrt. Der Entwurf des Johan Anker von 1940 besticht noch immer durch seine schlichte Eleganz. ,,Ganymede” ist ein moderner Entwurf von Juliane Hempel aus Deutschland fiir den englischen Bootsbauer und Achter-Eigner Peter Wilson.Es wurde nicht der erhoffte Durchbruch. Auf Regatten trat Wilson hdufig genug lieber mit seinem alten Klassiker ,,If“an , so beim Rolex Cup in Flensburg, wo er tblicherweise gegen ,,AUN“ ( Entwurf 1940) und ,,Germania III“ (1936 ) segelt. Nach dem Ausscheiden beim Americas Cup kam bei den 12 m R-Jachten der Prozess der Weiterentwicklung nach dem Sieg der ,,Australia“ leider vollends zum Erliegen. An der USOstktiste bemtihen sich jetzt- Jahrzehnte spdter- mehrere Grppen und __ Institutionen etliche,der noch vorhandenen Zwélfer ,in Fahrt zu halten, sie gegeneinander segeln zu lassenvornehmlich auch von Chartergruppen. Die 86 bauen damit Teams, die vor Publikum Regattasport betreiben. So bleibt diese Geschichte der Zwélfer als ein Kapitel des maritimen Erbes in der amerikanischen Offentlichkeit weiter lebendig. Aus den oben beschriebenen zwei Richtungen stammen einige neue Anregungen fir die AKlasse: Was machten und was machen prominente Designer dann damit? Sword” ist ein typisches RC-A-Boot von Graham Bantock- nun in der Ndhe von 15 Kilo, weil aus Carbon. Ein so geringes Gewicht ist fiir einen Selbstbauer mit einem aufgeplankten Boot kaum mehr zu erreichen.Das scheint aber noch nicht das Ende der Entwicklung zu sein: Die Glteren Herren, die ihr ,schweres“ Boot in Gosport zehn Meter aus dem Clubhaus zum Wasser tragen mussen, wiinschen sich weniger Plackerei. Man bedenke: ,,Peter Pim” wiegt doppelt so schwer. Betrachten wir unser vorlaufiges Ergebnis der bisherigen Entwicklung : Wer heute den Erfolg der A-Klassen Formel beurteilen will, wird einen Vergleich zu den RBooten als ihrem Vorbild ziehen und kommt dann zu der Feststellung: Es sind weit mehr als zweitausend Boote in 90 Jahren’ gebaut worden.Das allein spricht schon fur sich.lm Vergleich stellt sichdie Statistik der 6 m R-Klasse so dar: Gebaut wurden seit 1907 rund 1550 Jachten.Zur Kategorie ,Modern“ zahlen 100. Es segeln heute oder regattieren135 Sechser. Fur die A-Klasse wird ein genauer Uberblick von nun an schwierig, weil sie heute zweigleisig fahrt.Noch lebt und wachst die Gruppe der Freisegler,d.h. der mit Windrudern gesteuerter Modell-Jachten.Die sog. ,,Vintage group“ hat in England eine beachtliche Anhangerschar. Rab s Yachting Monthly Cup sein VC2 Design Vane A Boot. Maicoim McDonald 87 Rob ist im Halbfinale ausgeschieden. Foto Dahinter steht eine verschworene Gemeinschaft, die in der A-Klasse vor allem die englische Meisterschaft und den Yachting Monthly Cup als jahrlichen HOhepunkt betrachtet .Auf diesem Feld war und ist somit eine recht kontinuierliche Entwicklung weiterhin gegeben. Der Yachting Monthly Cup ist heute- wegen mangelnden internationalen Zuspruchs- ein eintdgiger Ko.-Wettbewerb innerhalb der englischen Meisterschaften.Fur Rob Walsh (roter Spi-im Vordergrund) ging die taktische Aufgabe im Halbfinale nicht auf, er schied aus. Warum? Boot 88 hat die Wahl des Startplatzes und wird den Luvstartplatz an der Kreuz am anderen Ende wahlen. Fuir den Vorm- Wind- Gang hatte Boot 11 also die Wahl des Startplatzes ; soweit war logisch und richtig ,was Rob tat. Aber sein Konkurrent setzte vom Leestartplatz alles auf eine Karte, schlieBlich konnte er dabei ja nur zwei Punkte verlieren: Die Kreuz wurde tiber die drei wichtigen Punkte entscheiden. Mir gefdllt, dass die Fock aufgerollt ist; so entschied fiir den schnelleren Trimm hier der offener gefahrene Spinnaker. Trotz der unterschiedlichen Anforderungen von heute scheinen sich die Bootstypen von den RC- und den Freiseglern weiter auf einander zu zu bewegen, sich noch mehr anzugleichen.Die Zahl der erfolgreichen Konstrukteure mag sich-auch objektiv- verringert haben. Die kommerziellen Anbieter machen jedenfalls heute wohl mehr von sich reden . In den vergangenen 90 Jahren hat die Klasse nach meiner Beobachtung eine Entwicklung * vollzogen, die dank moderner Baumethoden das Gewicht in Bereiche gedriickt hat, wo wir den Anfangen der Klasse wieder erstaunlich nahe sind.Die Gewichte sinken heute sogar noch weiter darunter.Diese neuen Entwicklungen halten die Klasse jung. Segelsport insgesamt besitzt ein gutes Image, er bleibt ein wichtiger Aspekt in der Freizeit unserer Gesellschaft; finanzielle Hirden beim Zugang-egal welche Kategorie- werden dabei zunehmend weniger hinderlich .Weitere Uberraschungen sind méglich, ebenso wie in den R-Klassen , die wir eine Weile —zu Unrecht —aus den Augen gelassen haben.Beim Blick auf die 5.5m R-Klasse wird eine gesunde Entwicklung sichtbar, die eine engagierte Eignergemeinschaft in selbstbestimmte Bahnen gelenkt hat. Neuerungen- in MaaBen gutgeheifSen- haben die Klasse nicht verschreckt oder gespalten.Die Klassiker wurden nicht abgedrangt; alle (classic,evolution, modern) starten immer zusammen, es wird jedoch getrennt gewertet.Wo zeichnet sich gegenwartig in dieser Klasse etwas Neues ab? Die penible Herangehensweise des Konstrukteurs Alain Marchand fallt ins Auge: Er hat kiirzlich ein Boot gezeichnet, ca. 300 Kilo leichter als bisher Ublich (1700 Kilo)Kilo) Gblich(1700kg) und hangt dennoch einen Quadratmeter Segel mehr an den Mast! 88 LOAgssszices 4.10-4.35m Baam……. 0.75.0.90m BRaFE: scccwassoannens 1.00m Dapl………. 225-260kg Wer denkt, dass Klassen neue rar werden, Ideen in den ibrigen der schaue auf die R- kleinste Klasse .(sie ist auch bei den Paralympics vertreten) auf die 2.4 m R-Klasse. Manche nennen sie die MiniZwolfer.Dort geben segelnde Amateure und Bootsbauer mit ihren zahlreichen Experimenten den Ton Computerprogramme_ heute einen an, vor allem in Skandinavien. unterstutzen kurzeren Entwicklungsprozess. Beim Selbst- Bau dieser Kleinboote bewegt man sich beim Arbeits-Aufwand schon oberhalb der A-Klasse aber noch deutlich unterhalb professioneller Bootsbauer. In dieser Klasse entstand so ein ideales Experimentierfeld fur Segler und Techniker, die in zahreichen Garagen werkeln. 89 Hier vergleichen wir die Segelflachen eines modernen Zwéolfers mit einem gleichzeitig gebauten A-Boot. “French Kiss“, 12-FRA -7, unterlag 1986 in den Ausscheidungen fur den Herausforderer um den America’s Cup, gesteuert von Marc Pajot. Entworfen von Marcel Briand treibt die 24 Tonnen schwere Jacht eine Segelflache von fast 200 Quadratmeter. Das ferngesteuerte A-Boot ,,Catswhisker” wurde von John Lewis 1987 entworfen und bewGhrte sich in Regatten.Die Segelflache von 0,9925 #M ( 1536 #Zoll) mit dem Zwélfer bescheiden, ist aber fur ein 17 Kilo schweres Boot wirkt im Vergleich noch gut bemessen. Damit ist der zuktinftige Weg schon vorgezeichnet: Das Gewicht wird weiter sinken, man spart nicht nur an den Uberhdngen,sondern reduziert weiter drastisch durch die Carbon- Bauweise an allen Ecken und Enden inclusive der Beschlage.Ein Kampf um jedes Gramm entbrennt jetzt in der A-Klasse, wie zuvor schon in der Marblehead Klasse. Nehmen wir uns Zeit, nach dem weiteren Verlauf dieser Entwicklung zu fragen. Dazu kénnte zunachst ein Blick parallel auf den Zustand der R-Klassen helfen: 90 . Fazit der bisherigen Entwicklung: Die R-Klassen haben Uber einen’ erstaunlich langen Zeitraum- nun schon mehr als hundert Jahre- erfolgreich zum internationalen Austausch im Regattasport beigetragen: Sowohl innerhalb Europas ,als auch zwischen dem alten Kontinent und Amerika. Bedeutende internationale Trophaden haben diesen Wettbewerb vergrdfert, ebenso Olympia- als zunachst die 12er, darauf 8er, spdter nach dem 2.Weltkrieg die 6er und 5.5er dort geschatzte Klassen waren. Insgesamt sind mehr als 3000 R-Jachten gebaut worden.Die Halfte davon ist noch existent. Einige wenige sind —dank guter Pflege- auch nach 100 Jahren noch im Einsatz auf der Regattabahn. Von den 170 Zwdlfern, die gebaut wurden sind noch etwa 100 vorhanden. Die Formel der A-Klasse ist innerhalb des Modellsegelsports ebenfalls ein voller internationaler Erfolg bis heute- immerhin auch schon mehr als 90 Jahre lang. Etwa 2700 Boote wurden nach dieser Messformel entworfen, gebaut und gesegelt.Das Alter von 50 Jahren haben einige Alter von 100 langst erreicht- so die Ikonen ,,Jil I“ und ,,Highlander” . Jahren ist eher unwahrscheinlich, erreichbar Das biblische h6chstens auf dem Prasentierteller im Museum oder aufgestellt im Clubhaus. Schon Clubs, die nach hundert Jahren noch existieren, sind eigentlich rar. Von den professionellen Konstrukteuren wurde die A-Klasse erstaunlich wenig beachtet.Sie bezog ihre Anregungen aus der allgemeinen Weiterentwicklung des Segelsports. Neuerungen dort,wie etwa wie die Bermudatakelung wurden schnell Allgemeingut .Im skandinavischen genauesten. Raum indes verfolgte man der Entwicklung bei den R-Klassen am Im Laufe der Zeit erst entwickelte sich der eigene Weg, erkannte man , wie Gedankengut nicht blind kopiert, allenfalls adaptiert werden musste. Die Bewunderung fir die raffinierten Boote unserer gro&ten Modelljacht- Klasse halt an. Zwar segelt die Masse der Modellsegler heute aus vielerlei Griinden kleinere Boote (Tenrater,Marblehead, IOM-Klasse) aber um die Zukunft der A-Klasse ist mir nicht bange. Professionelle Designer mogen das Gebiet weiter umgehen, kommerzielle Anbieter helfen der Verbreitung und stiitzen die Weiterentwicklung. Personlich motivierte Ausfluge von Designern wie Norlin und Howlett, die ihr Geld mit Jacht-Entwiirfen verdienen, gehen auf eigene Erfahrungen im Modellbau oder auf Versuche mit Jachtmodellen zurtick. 91 Die A-Klasse kénnte m.E. die Hundert noch erreichen.Vielleicht tut sie es den grofsen Briidern in den R-Klassen gleich, die diese Schwelle gesund Uberschritten haben. Nicht verschweigen will ich die Sichtweise von John Lewis auf die Entwicklung von heute:Die Zahl seiner Entwurfe- gerade auch der A-Boote- nahm gegen Ende seiner Zeichen-Tatigkeit keineswegs vollig ab- sehr zu seiner personlichen Uberraschung.Viele weitere entstanden, er verdffentlichte sie in seinem ,,Manual 1992 -2002“. Aber er bemerkt darin auch, dass die Méglichkeiten zum Bau solcher Boote heute durchaus andere sind, bzw. die Anforderungen derer, die solche Boote segeln wollen, auch. Allein aus diesen Griinden k6nne sich irgendwann eine Ablésung der A-Klasse vollziehen.Die alternativen Mdglichkeiten,die dahin fiihren kénnten ,unterbreitet er ebenfalls in verschiedenen Zeichnungen.Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Modellsegelgemeinde in einer Richtung fortschreitet, fur die John Lewis hier Vordenker spielt.Meine Hochachtung indes gilt einem Konstrukteur, der aus Spalg am kreativen Prozess sechs Jahrzehnte lang seine eigenen Ideen fortentwickelt,dann zu Papier und unter die Leute gebracht hat.Die Resonanz bestarkte ihn darin. Es darf uns nicht Wberraschen, wenn die Sicht in anderen Landern eine ganz andere ist.Aus diesem Grunde lenke ich hier schlieBlich einmal den Blick auf Australien. Frank Russel hat eine Reihe seiner Entwurfe im Internet bekannt gemacht. Er druckt die Wasserlinie auf knapp Uber 50 Zoll und verknupft das mit Gewichten von 13,1 bis 13,6 Kilo. Bei ihm bleiben alle Linien weiterhin harmonisch. Oben ,,Sidewinder“. 92 Unten: “Ufo”. Wer kennt sie, die zwei Seiten der Medaille? Wo gibtes Bertihrungspunkte zwischen Jachtseglern und Modellseglern? Es gibt ein paar Leute, die ich anfthren sollte, die beide Sportarten aus eigener Anschauung kennen: Da ist Sir William Burton, ein englischer Amateur, der sich nicht scheute, sich an das Ruder eines Amerikapokal-Herausforderes seines Freundes Sir Thomas Lipton zu stellen, um dann in den USA sein Waterloo zu erleben. Es gereichte Burton auch zur Ehre, Prasident des englischen Modelsegler Verbandes, der MYA zu sein. Ein A-Boot, das ihm gehdrte und vermessen wurde , war im englischen Register nicht zu finden- Zufall? Traf er sich nur mit seinen Freunden ,um deren Boote zu segeln? Ihm machte es Uberhaupt nichts aus, alle zwei Jahre einen neuen Zwolfer bauen zu lassen, von dem Designer, der gerade angesagt war, weil dessen Boote Erfolg hatten. ,Jenetta“ war Burtons letzter 12er vor Kriegsbeginn. was LEE Oe em we rade LA G2 ua Pennate 93 A 0th, re oh “ Seglerisch in der R-Klasse auf einer Ebene mit Burton bewegte sich als Steuerfrau und Jachteignerin die Franzdsin Virginie Heriot. Als Unterkunft und Begleitschiff bei Regatten diente ihr der Schoner ,,Meteor” des friiheren deutschen Kaisers. Erfolgreich segelte la Madame de la mer” Medaillenrange.Schon ihren Achter ,Aigle“, selbst bei in ihrer Jugend fra sie Meilen auf See. Olympia (1928) in die Modellsegeln war in dem Umfeld , in dem sie aufwuchs, nicht angesagt, das passte so nicht zu ihrem Stil. Ganz anders war das im norwegischen KOonigshaus: Die Prizessinnen lernten das Segeln mit Modelljachten. Sie kannten ihren Nationalhelden Sam Berge pers6nlich und schatzten ihn. Sie erlebten auch, wie die gekr6nten Haupter sich wie selbstverstandlich an der Pinne oder als Crew auf Meterjachten einen Namen machten-auch bei Olympia: Das gehérte zu ihrem Stil und selbstverstandlich zur Lebensauffassung im Sinne eines volksnahen K6nigshauses. Konig Olaf setzt bis heute diese Tradition der Familie fort, hier segelt er den Achter ,Ssira“, einen Klassiker, auf der Flensburger Forde, gezeichnet 1938 von Johan Anker. Mein Titelheld Dennis Conner(vorige seite oben) kennt wie kein anderer Héhen und Tiefen: Den America-Pokal hat er in den USA verloren und ihn doch wieder aus Australien zuruckgeholt. Seinen Johan Anker Klassiker »Cotton Blossom“ hat er daneben geliebt und renoviert, dann nach Europa verschifft und auf dem Regattazirkus im Mittelmeer mit seiner Familie von Nizza bis St.Tropez glanzen lassen. 94 Dennis Conner am Ruder des Klassikers ,,Cotton Blossom”. Me,ons.et/EC EG ie fe boyMeLOM “W Unter den englischen Freunden sind einige a feMey die beide Seiten der Medaille als Regattasegler gut kennen : Der bekannteste Kielbooten, z.B. dem Drachen.Zur nachsten ist Dick Priest, vertraut mit Jollen und nachsten Generation gehort z.B.Roger Stollery, der im Drachen seines Vaters das Segeln lernte. Unter den heutigen Modellseglern finden sich sich ein paar mehr Leute, darunter einige aus der SVAOe-Hamburg: Wilhelm Siemsen, Fritz Jacobsen, die Gebrider Pollahn und auch der nachste Folkebootsegler, Klaus Schréder. Im Rickspiegel-ein Blick achteraus: Was unterscheidt die Vordenker der Modelljachtszene von der R-Boot Gemeinde? Konstrukteure Man ganz nahe dran kdnnte und auch fragen,warum waren haufig genug besser im die Modellsegel- Bilde Uber die laufende Entwicklung? Warum wahnen sich einige von ihnen heute noch an der Spitze,sind Uberzeugt von ihrer Zunft-wirken darin mit ihrer leicht kommerziell gefarbten Meinung manchmal auch etwas Uberzogen? In der Regel waren sie auch erfogreiche Segler,Spitzensegler: Sie sahen ihre eigenen und die Boote der Konkurrenz nicht nur im Wasser. Ihr Vorteil Auferhalb konnten’ sie die noch genauer studieren- hautnah. So gab es also kaum Geheimnisse, die ein Konstrukteur ganz fiir sich behalten konnte.Konkurrenten, Zuschauer und Segler konnten jedes der erfolgreichen Boote genauestens unter die Lupe nehmen,,zeichnen oder fotografieren. Was gut und richtig aussah oder einfach erfolgreich segelte,das sprach auch andere,objektive Beobachter an und sprach sich rum. Uber die erfolgreiche Konkurrenz in den R-Klassen genauere Informationen zu bekommen, das war bedeutend schwieriger. Eigener Augenschein half hier nur ansatzweise; Unterwasserschiffe konnte man nur selten an Land genau betrachten.Also war man in der Regel auf die Presse angewiesen.Zeichnungen erschienen dort aber selten genug.Mancher Designer-wie auch Sparkman & Stevens- verdffentlichte aus Prinzip keine Linien.Auch im Internetzeitalter bleibt vieles weiter unter Verschluss. Der Informationsaustausch verlauft also immer noch deutlich schleppender, auch wenn sich Uber Bilder fur den Wissenden manches erschlieBen lasst. 95 Anhang 1 Mit dem A-Boot ,,/bis“ nimmt John Lewis 1992 den Grundgedanken von ,,Revolution “zwei Jahrzehnte spdter noch einmal auf. Er versieht das Boot unter Wasser mit einem Wulstbug, der die Bugwelle ein wenig frtiher bilden soll.Insgesamt ist das Boot vergleichsweise noch langer und auch leichter.Damit bewies es Qualitdten, aber nicht eigentlich dort, wo John Lewis gehofft hatte: Bei windigem Wetter; nein glattes Wasser wurde bevorzugt, wie etwa in Gosport.Leider nicht in der Kabbelsee von Fleetwood: Dort war der erhoffte Erfolg nicht zu erreichen. Der anerkannte Durchbruch von ,,Revolution” unter Chris Dicks etwa 20 Jahre zuvor erfolgte zudem gegen eine véllig anders zusammengesetzte Flotte: Sein Konzept war extrem, neuartig, und erfolgreich, weil deutlich leichter als die Norm. Die herrschende ; Starkwind-Wetterlage begtinstigte sein Konzept in dem Jahr ganz wesentlich. Die Crew von ,,Revolution” probiert einen kleineren Satz Segel fur Starkwind. Mit ,,lbis“ fasst John Lewis seine spdteren Gedanken zusammen, er optimiert sie: Leichter um 3.5 Ibs=1.6kg als ,,Revolution“, tragt ,lbis” doch Segel. 60 Quadratzoll mehr »lbis“ wurde ein Hingucker unter den Konkurrenten, aber keine zweite Revolution innerhalb der Klasse. Dazu gehérte auch die Verdnderung der Proportionen des Riggs. ,lbis” und ihre Schwester wurden von John Gale gebaut, den viele fiir den besten Bootsbauer seiner Zeit in England halten.Das Lob tiber die Ausftihrung seines Entwurfes teilt John Lewis, der sich bewusst ist, dass seine Linien die Rumpfes aber erheblich erschweren kénnen. 96 penible Beplankung eines solchen Anhang 2 : 1929 Prewel Segelrisse und ihre Verdanderungen Eusee Lund, 4.60ld Capp veline 97 Verdnderte Segelrisse; die vermessene Segelflache verringert sich mit steigendem Gewicht; formstabiles, synthetisches Segelmaterial setzt sich am Markt durch; bei den Modelljachten verringert sich die Flache schneller. Zu Bild 1: 1922 sah die Takelung des erfolgreichen Sechsers so aus: Johan Anker zeichnete und baute das Boot ,,lrene V“ fiir Eugen Lund. Es gewann in dem Jahr den Goldcup, gestiftet von Finnland 1921.Boote von Johan Anker gewannen diese Konkurrenz achmal.Der Pokal entwickelte eine grofse Anziehungskraft auch auf die Amerikaner.Heute wird er in der 5.5 m R-Klasse ausgesegelt. Der Markonimast ist Allgemeingut spdtestens seit dem 1. Weltkrieg. Die kleine Fock trdgt eine Fufgrah. Die Proportionen von Fock zu Grofssegel sind bei den Modelljachten der Zeit in ganz Ghnlicher Form anzutreffen. Siehe Bild 2. Bild 3 und 4. Sie zeigen die ndchste ,bedeutende Verdnderung, hervorgerufen 1933 durch durch die Verwendung eines stark Uberlappenden Amwind-Segels, der sog. , Genua“: Damit wird dem Konstrukteur eine zusdtzliche, unvermessene Segelfldche geschenkt. Bild 5 und 6: Die Verwendung stabilerer Tuche mit geharzten oder glatten Oberfldchen erméglichte bessere Profile. Linapol und Terylene wurden als beschichtetes Isoliermaterial entwickelt und waren als Segelmaterial Uberhaupt nicht vorgesehen: Dacron Tuch speziell fiir Sege! wurde viel enger gewebt und mit Hitze und Harz behandelt.Die Grdfge der Segelflache von A-Booten wurde auch bei leichterem Wind zunehmend weniger entscheidend. Die Segelflache von ,,Moby Dick“ ist gegentiber “Jill” wesentlich geschrumpft. Bild 7 und 8. Die extreme Verringerung der Segelfldche bei steigenden Wasserlinien bei den Schwergewichten wurde unter RC wieder radikal umgekehrt.Die Segelfldche ist angestiegen, jetzt vergleichbar nur mit den Anftingen der 20er Jahre.Die (vermessene) Segelflache von ,Sword“ (95) mit 1,5 Quadratmetern ist in Wirklichkeit noch gréfer: Die Achterliksrundung kommt hinzu;. In der Frihzeit konnte man sie nicht einarbeiten, als man die geraden Webekanten ftir das Achterliek nutzte. Das Grofssegelunterliek auf ,,Crusader“” (INA 8) maafs stolze 90 Zentimeter: Bei ,Sword” hat das Unterliek 58 Zentimeter Zwischen den beiden Jachten ,Crusader” und ,,Sword“ liegen nunmehr fast 90 Jahre in der Entwicklung der A-Klasse. 98 Anhang 3 Arthur Levison tragt das Erbe von Bill Daniels in Variationen weiter K-716 ,Jill” Daniels 62lbs 1577# L=77.9° K-780 _Jill II“ Daniels/Hill 63 lbs 1570# L=80 K-789 “Philippa” Dani/Levis 58 lbs 1580# L= 79.4. 4-G 225 WL.=55 Baujahr 1954 WL.= 55.5 Baujahr 1961 WL=55 Baujahr1962 Hambyro” G-125 ,, Hamburg” ist eine Schwester von ,,Philippa“, gebaut 1963 fur Fritz Jacobsen. Joe Meir arbeitete Entwiirfe fiir A-Boote aus, die das Erbe von Bill Daniels nicht nur bewahrten, sondern fortfiihrten und ihm alle Ehre machten. “The Saint” ,1963 gezeichnet fur Dennis Lippett (Birmingham) war eine héchst elegante Version von ,,Jill”. 99 Von diesem Konzept ging er schrittweise den Weg zu mehr Gewicht und Ldnge.Er bewahrte dabei in der Spantform das vertraute Weinglas.Das abgebildete Farbschema ist das von ,,The Saint” hier Ubertragen auf Meirs Entwurf von ,,Geronimo“. Das Boot baute Dennis Lippettt 1972 fur Eric Carter.Es steht hier fur die letzte Variation seiner Schwergewichte in dieser Ahnenreihe von Bill Daniels. Wie erfolgreich war die ,,Jill“- Familie? Erst im hohen Alter Meisterschaften in Gosport mit ,,Philippa”. Das Schwesterschiff , Hamburg“ gewann die Deutsche Meisterschaft in Hambrg, gesegelt von den Gebrider Polldhn, als der Eigner, Fritz Jacobsen, der die Regatta organisierte und leitete, sie nicht selbst segeln konnte. dill” blieb der ganz grofe Erfolg in England versagt wahrend Arthur Levison sie vornehmlich im Suden gesegelt hat. In Fleetwood gab es einen begabten jiingeren Modellsegler namens David Wilkinson, fur den Arthur ein Schwesterschiff von Jill” ebenfalls ,in bread and butter” (Schichtbauweise) fertigte. Dieses Boot, namens ,,Ayala“,war Spitzenreiter in zwei Britischen Meisterschaften: Mit nur einem Punkt Ruckstand verlor ,,Ayala“” gegen den Lokalmatador Roy Gardner in Gosport 1964. In Fleetwood 1965 verlor ,,Ayala“ deutlicher (9 Punkte) gegen ,,Moonshine“ unter Gebr. Polldhn. Ubrigens unterzeichnete David unsere Dinner-Karte auf der Preisverteilung: — er versah seinen Namen- fur ihn absolut folgerichtig- mit dem Zusatz »National Champion“. MODEL YACHT AND = POWER BOAT CLUB | + “SrA { ry RY se hs ON Yo Saag & a » gewann Arthur Levison mit David Parkinson als Maat die Britischen Segelrisse von Crusader + Revolution 101 Auflésung: Zu welchen Jachten und Eignern gehGren diese Segelnummern? N-8 Prince Charming, Sam Berge , NOR B – 35 Bingo Cat , Mep Hoorebeke , BEL D -22 Revanche, Kai Ipsen , DEN D- 55 Fascination , Kai lpsen, DEN F- 31 Patricia , Horace Boussey, FRA G- 118 , Moonshine, Klaus + Rolf Pollahn, GER G- 125 Hamburg IV, Fritz Jacobsen, GER G- 138 Peter Pim, K+ R Pollahn, GER U-203 Blue Chip, Bill Bithell, USA U-464 Ranger, Fred Pidgeon, Bithell, USA U-522 Magic, Frank + Jeannie Stout, USA K-11 Dayspring , William Arberry, GBR K – 261 Anglian , Bill Daniels, GBR K – 600 Shalimar , Walter Jones, GBR K- 716 Jill , Arthur Levison, GBR K -751 Highlander , Dick Priest, GBR K – 789 Philippa , Arthur Levison, GBR K – 939 Revolution, Chris Dicks, GBR K . 921 Clockwork Orange , Roger P. Stollery, GBR K-1000 Seriea , Norman Hatfield, GBR GBR 95 pers6énliche Segelnummer von Graham Bantock GBR 99 persGnliche Segelnummer von Derek Priestley 102 , 4 wissestebiwinn… 1. Bob Burton Jones 2. David Wilkinson 3. Pollaehn Brothers. 4. Harry Atkinson 6. Dennis Lippett 7. Arthur Levison 8.Ted Porter 11. Ken Jones 103 9.Fritz Jacobsen 5. Ken 10. Dick Priest